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Umwelttechnologien werden zur globalen Schlüsselindustrie
“Die IFAT Munich 2026 zeigte deutlich die strategische Relevanz von Umwelttechnologien auf.”
In ihrem 6. Jubiläumsjahr – seit 1966 ist die IFAT Munich der globale Treffpunkt der Umwelttechnologiebranche – verzeichnet die Weltleitmesse neue Spitzenswerte. Rund 3.400 Aussteller und etwa 142.000 Besucher besuchten die Messe vom 4. bis 7. Mai 2026. Unternehmen aus rund 60 Ländern und Regionen präsentierten auf 300.000 Quadratmetern innovative Lösungen für Wasser, Recycling und Circularity – und damit Antworten auf einige der drängendsten globalen Herausforderungen. Für THEMEN! Magazin informiert aus München Fachjournalist Ronald Forberger.

Seit 60 Jahren steht die IFAT Munich für Innovation und Inspiration. Nie zuvor in den vergangenen sechs Jahrzehnten war die strategische Relevanz von Umwelttechnologien so deutlich wie heute. Sie bieten in Zeiten von fragilen Lieferketten und geopolitischen Spannungen Lösungen für mehr Resilienz und Souveränität.
Stefan Rummel, CEO der Messe München, bilanzierte: „Die Rekordbeteiligung auf der IFAT Munich 2026 zeigt deutlich: Kreislauf- und Wasserwirtschaft hat Systemrelevanz und ist die nächste globale Schlüsselindustrie. Umso wichtiger ist die IFAT Munich als Plattform. Sie ermöglicht den entscheidenden Wissenstransfer und verschafft der Branche die nötige Sichtbarkeit, um gemeinsam mit der Politik in den Dialog zu kommen und die richtigen Weichen zu stellen“.
Plattform für Austausch zwischen Industrie und Politik
Der internationale Anteil von über 50 Prozent bei Ausstellern und Besuchern war trotz der aktuellen Energiekrise und geopolitischen Konflikte ungebrochen hoch. Zu den Top-3-Ausstellernationen 2026 gehörten nach Deutschland Italien, China und Niederlande.
Neben deutschen Staatsministern und internationalen Ministerdelegationen machte sich 2026 auch die EU-Kommissarin für Umwelt, Resiliente Wasserversorgung und Wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft, Jessika Roswall, ein Bild von den zukunftsweisenden Lösungen für Wasser, Recycling und Zirkularität. Bundesumweltminister Carsten Schneider betonte auf der Messe, dass Umwelttechnologien Kernvoraussetzungen für Souveränität, Sicherheit und Wohlstand seien.
Und Dr. Johannes F. Kirchhoff, Vorsitzender des Fachbeirats der IFAT Munich unterstrich, dass die IFAT die zentrale Plattform für dieses wichtige Thema ist. Denn hier können sich Unternehmen, Politik, Kommunen und Verbände vernetzen und koordinieren. Ist doch die Transformation zur zirkulären und ressourceneffizienten Wirtschaft zugleich eine wesentliche Voraussetzung für Stabilität, Rohstoffresilienz, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Und die IFAT Munich 2026 hat mit ihren Lösungen und Technologien eindrucksvoll gezeigt, wie sich dieser Wandel in der Praxis gestalten lässt – lösungsorientiert, sektorenübergreifend und global vernetzt.
Studie zur Circular Economy belegt ökonomisches Potential
Das große wirtschaftliche Potential der Circular Economy belegt eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Die von der IFAT Munich unterstützte Studie wurde auf der Weltleitmesse vorgestellt. Demnach kann sich die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland von heute 60 Milliarden Euro auf bis zu 125 Milliarden Euro im Jahr 2045 mehr als verdoppeln – und dies innerhalb bestehender Industrie- und Wertschöpfungsstrukturen. Die zusätzliche Wertschöpfung kann sich kumuliert bis 2045 auf bis zu 880 Milliarden Euro summieren. Recycling und Wiederverwendung könnten bis zum Jahr 2045 zwischen 20 und 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzen. Hier ist Politik mehr als gefordert, um entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
Geschlossene Stoffkreisläufe für mehr Ressourcensicherheit
Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft prägte maßgeblich die IFAT Munich 2026. Im Fokus standen effiziente Ressourcennutzung ebenso wie geschlossene Stoffkreisläufe und reduzierte Abhängigkeit von Primärrohstoffen. Eine Vielzahl von Ausstellern belegte, dass wir in Deutschland in der Lage sind, eine weltführende Position in der Kreislaufwirtschaft nicht nur zu verteidigen, sondern auch auszubauen. Kreislaufwirtschaft ist eine echte Zukunftsbranche.
Nachhaltige Wasserwirtschaft
Und, resiliente Wasserinfrastrukturen bekommen Priorität. Denn die Resilienz von Leitungen und Wassersystemen gehört zu den großen Herausforderungen der Zeit. Zum einen braucht es effektiven Schutz vor gezielten Eingriffen in die Infrastruktur, etwa durch physische Sabotage oder Cyberangriffe, aber auch resiliente Lösungen mit Blick auf Starkregen, Überschwemmungen, extremer Hitze und Wassermangel stehen auf der Tagesordnung.
Die IFAT fokussierte hier innovative Ideen und Lösungen für alle Aspekte der industriellen und kommunalen Wasserwirtschaft. Präsentiert wurden Produkte und Dienstleistungen rund um Trinkwasser, Abwasser und Hochwasser – mit Unterkategorien wie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Kanalisationsnetze, Pumpen, Rohre und Leitungen.
Mehr Markt. Mehr Internationalität. Mehr Präsenz.
Wie wertvoll die IFAT Munich als Weltleitmesse für den Austausch und die Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen ist, unterstreicht Rainer Köhler, Vorstand Technologie Huber SE: „Die Wasser- und Abwasserwirtschaft sowie die Abfall- und Recyclingbranche spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, Kreislaufwirtschaft und Klimaresilienz nachhaltig zu stärken. Wasser, Energie, Umwelt und Klima gehören zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit – und genau hier setzt die IFAT wichtige Impulse.“
11,2 Mio. Social Media-Impressionen und eine Medienreichweite durch PR belegen zudem für Unternehmen mehr Marktpräsenz und Sichtbarkeit auf internationaler Ebene. Und die nächste IFAT Munich kommt, sie findet vom 29. Mai bis 1. Juni 2028 in München statt.
www.ifat.de
Zukunft der Umwelttechnologien – Wasser, Abfall und Kreislaufwirtschaft im Fokus

- Messe München CEO Stefan Rummel begrüßte rund 3.400 Aussteller in München. (Fotos: Messe München GmbH)
Die IFAT Munich ist die internationale Leitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfallund Rohstoffwirtschaft und zeigt Innovative Lösungen für nachhaltige Umwelttechnologien, Kreislaufwirtschaft, Recycling, Ressourceneffizienz sowie die Digitalisierung kommunaler und industrieller Prozesse. Internationale Unternehmen präsentieren hier zukunftsweisende Technologien für sauberes Wasser, intelligente Abfallbehandlung, emissionsarme Mobilität und nachhaltige Infrastruktur – praxisnah, vernetzt und global relevant.



