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16.07.2026 15:31 Alter: 1 day

Transparente Kommunikation – ein Schlüssel zur erfolgreichen Wärmewende

“Der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation ist transparente Kommunikation.”


Dr. Frank Pieper, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Essen AG

Bei den Stadtwerken Essen stehen die Zeichen auf Wandel. Der lokale Energieversorger entwickelt innovative Lösungen für die Wärme- wende vor Ort – und stellt gleichzeitig seine Kommunikation neu auf. Die aktuelle Kampagne #ZukunftZuhause erklärt die anstehenden Veränderungen und holt die Essener Bürgerinnen und Bürger mit ins Boot. Dr. Frank Pieper, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Essen, sieht darin einen entscheidenden Faktor für erfolgreiche Transformation, wie er im Gespräch mit THEMEN!magazin informiert.

Sichtbar zukunftsweisend – die neue Kampagne #ZukunftZuhause der Stadtwerke Essen (Foto: SWE)

Herr Dr. Pieper, bis 2040 will Essen klimaneutral sein. Welche Rolle spielen hier die Stadtwerke Essen?

Als lokaler Energieversorger zählen die Stadtwerke Essen zu den zentralen Akteuren – und gestalten die Wärmewende aktiv mit. Der Umbau der Energie- und Wärmeversorgung soll dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die kommunale Wärmeplanung lag frühzeitig vor – jetzt geht es um die Umsetzung und die Frage, was die Wärmewende für die Menschen vor Ort bedeutet.

Konkret bedeutet das: Gemeinsam mit der Stadt Essen entwickeln wir neue Lösungen, um unabhängiger von fossilen Energieträgern wie Öl und Erdgas zu werden. Ziel ist eine nachhaltige Energie- und Wärmeversorgung, die das Klima schont und zugleich für die Bürgerinnen und Bürger bezahlbar bleibt. Dabei setzen wir vor allem auf Flexibilität und vorhandene Wärmequellen vor Ort. Ein Beispiel ist unser innovatives Projekt StadtWärme. Hier planen wir moderne Niedertemperatur-Wärmenetze, also Fernwärme 4.0. Diese sollen über Großwärmepumpen lokale Umweltwärme sowie unvermeidbare Abwärme nutzen – und davon gibt es reichlich. Ein Beispiel ist die bislang ungenutzte Wärme im Grubenwasser, welches auch in Essen als Ewigkeitsaufgabe des Bergbaus gefördert wird.

Welche weiteren Optionen gibt es für den klimafreundlichen Umbau der Wärmeversorgung?

Auf Basis der kommunalen Wärmeplanung wollen wir die bestmöglichen Versorgungslösungen für alle Essener Bürgerinnen und Bürger herausarbeiten – jeweils passend zu den unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort. Nach jetzigem Planungsstand sollen neue Niedertemperaturnetze in 13 Essener Stadtgebieten entstehen. Dabei stützen wir uns auf vier strategische Säulen: Neben dem Bau neuer Niedertemperaturnetze für unsere StadtWärme treiben wir mit unserer Beteiligung an der Iqony Fernwärme Essen den Ausbau der Hochtemperatur-Fernwär- me voran. In Gebieten, in denen es keine Wärmenetze geben wird, setzen wir auf Wärmepumpen, PV-Anlagen und Stromspeicher. Hierfür haben wir die Initiative WärmePartner Essen gegründet – gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft, der Sparkasse und der Stadt Essen. Und last but not least bereiten wir uns auf die Nutzung grüner Gase und Wasserstoff vor. Hier setzen wir perspektivisch vor allem auf die Umnutzung bereits bestehender Infrastrukturen.

Wie realistisch ist es, dass die bestehenden Gasnetze in Essen künftig als Wasserstoffleitungen genutzt werden?

Aktuell sind noch viele Fragen offen, von der Verfügbarkeit und den künftigen Marktpreisen über regulatorische Rahmenbedingungen bis zu technischen Möglichkeiten und Entwicklungen. Wir haben bereits umfangreiche Vorprüfungen durchgeführt und wissen heute, dass unsere bestehende Netzinfrastruktur bereits zu 70 Prozent H₂-ready ist. Außerdem haben wir in Essen den Standortvorteil, dass das geplante Wasserstoffkernnetz über das Stadtgebiet verlaufen wird. Gemeinsam mit dem künftigen Betreiber, der Open Grid Europe – ebenfalls einem Essener Unternehmen – loten wir aus, wie und wann eine Netzanbindung erfolgen kann. Neben dem künftigen Kernnetz gibt es bereits heute zwei privatwirtschaftliche Wasserstoffleitungen in Essen und wir prüfen hier Kooperationsansätze mit dem Ziel, Kompetenzen und Kräfte zu bündeln, um Essen fit für den Wasserstoffhochlauf zu machen. Wir bleiben dran.

Um die Wärmewende erfolgreich umzusetzen, braucht es auch Akzeptanz für die anstehenden Veränderungen. Wie holen Sie die Essener Bürger mit ins Boot?

Neue technologische Lösungen sind das eine. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation ist transparente Kommunikation. Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, die Veränderungen in der Energieversorgung aktiv zum Thema zu machen, und sprechen offen und klar über die neuen Herausforderungen. Denn Fakt ist: Die Wärmewende betrifft uns alle, und ohne die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger in Essen geht es nicht.
Wir möchten die Menschen mitnehmen – und ich denke, mit unserer neuen Kampagne #ZukunftZuhause wird uns das gut gelingen. Die Kampagne bündelt die Zukunftsthemen der Stadtwerke und bringt unsere Botschaften auf den Punkt. Sie macht den Wandel sichtbar und erklärt, wie wir die Wärmewende gestalten – im Einklang mit den Klimaschutzzielen, vor allem aber auch bezahlbar für die Essener Bürger.

Welche Ideen verbinden Sie mit #ZukunftZuhause?

SWE #ZukunftZuhause, Citylightposter (Foto: SWE)

Im Kern geht es um die Frage, wie wir morgen leben wollen. Energie, Wärme, Wasser – als Versorgungsunternehmen gestalten die Stadtwerke Essen wesentliche Rahmenbedingen für das Zuhause der Menschen in Essen mit. Und das seit fast 160 Jahren. „Wir sind Zuhause“ ist nicht umsonst unser Markenclaim und Anspruch. Unter dem Leitmotiv #ZukunftZuhause wollen wir nun daran anknüpfen und zeigen, dass wir das in uns gesetzte Vertrauen einlösen. Wir übernehmen Verantwortung und wollen die Lebensqualität in Essen auch künftig nachhaltig mitgestalten. Kurz gesagt: #ZukunftZuhause verbindet das, was bleibt, mit dem, was kommt.

Wie schaffen Sie es, ein komplexes Thema wie die Wärmewende erlebbar zu machen?

Wir stellen verschiedene Informationsangebote zur Verfügung und setzen stark auf Visualisierung: Ein zentrales Element der Kampagne sind die Menschen hinter den Projekten. Mitarbeitende der SWE geben als „Gesichter von #ZukunftZuhause“ unter anderem in Foto- und Videoformaten Einblicke in ihre Arbeit und zeigen, wie die Transformation umgesetzt wird.
Weitere Informationen und Antworten auf wichtige Fragen bieten digitale Angebote wie die neue Website zur Wärmewende unter www.essenheiztum.de. Ein weiterer Baustein von #ZukunftZuhause ist unser neues Online-Magazin „Pottgeflüster“ mit redaktionellen Beiträgen aus Themenbereichen wie Energie, Wasser, Abwasser und Nachhaltigkeit. Insgesamt macht die neue Kampagne noch deutlicher, wofür wir stehen: für eine sichere und nachhaltige Verund Entsorgung, für Innovation und Lebensqualität in Essen und für die Nähe zu den Menschen, die hier leben.

Herr Dr. Pieper, Dank für das Gespräch.

www.stadtwerke-essen.de