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26.05.2026 11:47 Alter: 1 day

Transformation braucht Tempo, Sicherheit und Verlässlichkeit

“Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch sichtbare Fortschritte und realisierte Projekte.”


Mario Müller, Geschäftsführer, BDEW Landesgruppe Mitteldeutschland

Seit Jahren sind die Infrastrukturkonferenzen der BDEW Landesgruppe Mitteldeutschland ein fester Termin im Kalender. 2026 gab es jetzt in der Lutherstadt Wittenberg die Infrastrukturkonferenz Ostdeutschland. Am Rande der Konferenz sprach THEMEN!magazin mit Mario Müller, Gastgeber und Geschäftsführer der BDEW Landesgruppe Mitteldeutschland.

Herr Müller, warum eine Infrastrukturkonferenz Ostdeutschland?

Die Energiewende ist in der Umsetzungsphase. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz – gerade angesichts der aktuellen geopolitischen Krisen und volatilen Energiemärkte. Netze und Energieversorgung stehen unter Druck. Für Ostdeutschland entscheidet sich jetzt, ob Infrastruktur zum limitierenden Faktor oder zum strategischen Standortvorteil wird. Die Konferenz ist somit eine zentrale Plattform, um über die Zukunft der Energieinfrastruktur, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Ostdeutschlands zu diskutieren.

Welche Themen bestimmten die Diskussion?

Ostdeutschland ist kein Raum des Nachholens – es ist ein Raum des Vorangehens. In der Region entstehen bereits zentrale Bausteine dieser Transformation: neue Energieinfrastrukturen, Wasserstoffkorridore und Ansätze zur intelligenten Verknüpfung von Energieproduktion und industrieller Nutzung. Entscheidend ist jedoch nicht das Potenzial allein, sondern dessen Umsetzung. Diese gelingt nur, wenn politische Ebenen koordiniert und verlässlich zusammenarbeiten.Die Konferenz betonte drei zentrale Forderungen:

1. Geschwindigkeit. Verkürzte Planungs- und Genehmigungszeiten sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im internationalen Standortwettbewerb.

2. Verlässlichkeit. Unternehmen investieren dort, wo politische Entscheidungen berechenbar sind und Bund sowie Länder abgestimmt handeln.

3. Energieinfrastruktur. Sie ist nicht nur technisches System, sondern zugleich Bestandteil der Daseinsvorsorge und ein Instrument moderner Industriepolitik. Es erfordert deshalb leistungsfähige Netze, klare regulatorische Rahmenbedingungen und eine realistische Priorisierung der Maßnahmen.

Ihre Einschätzung der Konferenz?

Die Zukunft wirtschaftlicher Entwicklung entscheidet sich zunehmend an der Qualität der Infrastruktur. Sie ist zentrale Voraussetzung für Investitionen, Innovation und Wachstum. Unternehmen wählen ihre Standorte heute nach klaren Kriterien: schnelle Planungs- und Genehmigungsverfahren, verlässliche politische Rahmenbedingungen, verfügbare und bezahlbare grüne Energie sowie eine funktionierende digitale Infrastruktur.
Regionen, die diese Faktoren nicht bieten, verlieren an Attraktivität – unabhängig von anderen Standortvorteilen. Ostdeutschland sieht sich hier als Gestaltungsraum der Transformation.

Dank für das Gespräch.

www.bdew-md.de