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SmartGrid.Suite – KI-optimiertes Portfolio für den Smart Meter Rollout
“Deutschland kann es sich nicht leisten, bei der Digitalisierung des Stromsystems weiter hinterherzuhinken.”
Mit den Anpassungen im Messstellenbetriebsgesetz im Rahmen der EnWG-Novelle kommen neue regulatorische Anforderungen auf die Branche zu. Gleichzeitig gilt es, den Rollout voranzutreiben und die Steuerung in die Praxis umzusetzen. Ohne den konsequenten Einsatz von KI wird die notwendige Skalierung des Smart- Meter-Rollouts kaum zu erreichen sein, meint Bodo Ruppach, Geschäftsführer des Softwareunternehmens excceding solutions aus Halle (Saale) in einem Gastbeitrag für THEMEN!Magazin.
Das Jahr 2026 bringt entscheidende Weichenstellungen und wird ein entscheidendes Etappenziel für den Smart Meter Rollout in Deutschland. Mit der Ende 2025 verabschiedeten EnWG-Novelle und den Anpassungen im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) kommen neue Anforderungen, aber auch neue Chancen auf die Branche zu. Netzbetreiber, Messstellenbetreiber (MSB) und Stadtwerke stehen vor der Aufgabe, die neuen Vorgaben effizient umzusetzen, die Steuerung intelligenter Messsysteme in der Praxis zu erproben und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit des Rollouts sicherzustellen.
Die Digitalisierung der Verteilnetze gilt als zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Insbesondere der Smart-Meter-Rollout bildet die infrastrukturelle Grundlage, um die wachsende Zahl dezentraler Erzeuger und flexibler Verbraucher effizient zu integrieren. Dennoch zeigt sich in der Praxis ein deutlicher Verzug: Die aktuellen Rollout- Zahlen der Bundesnetzagentur belegen, dass die Umsetzung hinter den Erwartungen zurückbleibt. Die Gründe sind vielfältig – von komplexen regulatorischen Anforderungen über eine heterogene Geräte- und Systemlandschaft bis hin zu einem akuten Fachkräftemangel.
Vor diesem Hintergrund gewinnt der Einsatz Künstlicher Intelligenz zunehmend an Bedeutung. KI kann nicht nur Prozesse automatisieren, sondern auch Komplexität beherrschbar machen und Entscheidungen datenbasiert optimieren. Genau hier setzt das von exceeding solutions vorgestellte Portfolio SmartGrid.Suite an, das auf der E-world 2026 präsentiert wurde. Es verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der den Smart-Meter-Rollout nicht als isolierte technische Aufgabe versteht, sondern als integrierten, datengetriebenen Prozess.
Kern des Portfolios ist eine KI-optimierte Systemlandschaft, die aus mehreren eng verzahnten Komponenten besteht: Die SmartGrid.Cloud als zentrale Plattform, das SmartGrid.TestLab, sowie das Smart- Grid.TrainingKit. Ziel ist es, alle relevanten Prozesse für Messstellenbetreiber (MSB) und Verteilnetzbetreiber (VNB) entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu unterstützen und zu beschleunigen.
Funktionalitäten in einer Plattform
Die SmartGrid.Cloud bildet das operative Rückgrat des Portfolios. Sie integriert zentrale Funktionen wie Gateway-Administration (GWA), Messdatenmanagement (MDM/EMT) und CLS-Management in einer einheitlichen Plattform. KI-Algorithmen unterstützen dabei insbesondere die Automatisierung von Prozessen, die Priorisierung von Aufgaben sowie die Analyse von Betriebsdaten. So lassen sich beispielsweise Rollout-Strategien dynamisch anpassen, Störungen frühzeitig erkennen oder Schalthandlungen im Niederspannungsnetz optimieren. Durch die Integration von AS4-Marktkommunikation, BDEW-Web-APIs und ERP-Schnittstellen wird zudem eine durchgängige Prozesskette ohne Medienbrüche ermöglicht – ein wesentlicher Schritt hin zu skalierbaren Rollout-Strukturen.
Erprobung unter Realbedingungen
Eine zentrale Rolle spielt auch das SmartGrid.Test- Lab. Hier werden intelligente Messsysteme – bestehend aus Basiszähler, Gateway und Steuerbox – unter realitätsnahen Bedingungen geprüft. Durch den Einsatz KI-gestützter Auswertungsverfahren können Fehlerbilder frühzeitig erkannt, Interoperabilitätsprobleme identifiziert und die Qualität der Geräte systematisch bewertet werden. Die langjährige Zusammenarbeit der exceeding solutions mit allen namhaften Geräteherstellern bietet den Energieversorgern entscheidende Praxisvorteile, da Schnittstellen- und Interoperabilitätsprobleme zu den häufigsten Ursachen für Verzögerungen im Feld zählen. Hervorzuheben sind auch die modularen CLS-Prüfanlagen von exceeding solutions, sie ermöglichen die die Validierung von Steuerboxen anhand konkreter Anwendungsfälle wie FNN- oder EEBus-Use-Cases.
Vorbereitung auf operativen Einsatz
Ein oft unterschätzter Engpass im Smart-Meter- Rollout ist der Mangel an qualifizierten Fachkräften. Mit dem SmartGrid.TrainingKit adressiert exceeding solutions dieses Problem gezielt. Das System ermöglicht praxisnahe Schulungen unter realistischen Bedingungen, bei denen Installateure den Einbau, die Inbetriebnahme sowie die Durchführung netzorientierter Steuerungsmaßnahmen trainieren können. KI-gestützte Simulationen erlauben dabei die Abbildung komplexer Szenarien, etwa im Kontext von §14a EnWG oder §9 EEG. Dadurch wird nicht nur die technische Qualität verbessert, sondern auch die Handlungssicherheit im operativen Einsatz erhöht. Positive Reaktionen bestätigen, dass sich mit dem Training. Kit die Ausbildung, technische Qualität und die Handlungssicherheit der Installateure entscheidend verbessert.
Gesamtsystem im Blick haben

- Foto: exceeding solutions
In der Gesamtschau zeigt sich, dass der Einsatz von KI im Smart-Meter-Rollout vor allem drei entscheidende Komponenten adressiert: die Reduktion von Komplexität durch intelligente Systemintegration, die Beschleunigung von Prozessen durch Automatisierung sowie die Erhöhung der Qualität durch datenbasierte Analysen und Simulationen.
Der vorgestellte Ansatz verdeutlicht, dass der Durchbruch beim Rollout weniger eine Frage einzelner Technologien ist, sondern vielmehr das Ergebnis eines integrierten, intelligent gesteuerten Gesamtsystems. Ob sich dieser Ansatz in der Breite durchsetzt, hängt maßgeblich von der Akzeptanz bei Netzbetreibern und Messstellenbetreibern sowie von stabilen regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Klar ist jedoch: Ohne den konsequenten Einsatz von KI wird die notwendige Skalierung des Smart- Meter-Rollouts kaum zu erreichen sein.
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