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24.04.2019 14:06 Alter: 33 days

Leistungsfähige Stromnetze für eine wachsende Metropolregion

In der Mainmetropole Frankfurt stellt man höchste Ansprüche an die Energieversorgung, denn diese trägt zur dynamischen Stadtentwicklung bei und ist gleichzeitig ein wichtiger Standortvorteil. Für die Mainova AG besitzen deshalb leistungsfähige Stromnetze und die zuverlässige Versorgung oberste Priorität.


In seinem Gastbeitrag widerspiegelt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG Anforderungen an die Infrastrukturleistungen für die Mainmetropole.

Foto: Christian O. Bruch

Für die Mainova AG als größten Energieversorger Hessens steht der Ausbau der regionalen Infrastruktur ganz vorn auf der Agenda, um die zuverlässige Versorgung der Kunden in Frankfurt Rhein-Main zu sichern. Mit ihrem Netzbetreiber NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH sichert Mainova den zuverlässigen Betrieb des Frankfurter Stromnetzes. Frankfurt Rhein-Main ist eine prosperierende Region mit einer hohen Anziehungskraft. Die Bevölkerung wächst. In Frankfurt wohnen mittlerweile mehr als 750.000 Einwohner.

Keine Stadt in Deutschland verjüngt sich so schnell wie die Mainmetropole. Auch die Branche der Rechenzentren boomt. Sie zählen zu den größten Stromverbrauchern und stellen höchste Anforderungen an die Versorgungszuverlässigkeit. Für uns als Energiedienstleister für die regionale Infrastruktur eine herausfordernde Situation. Und eine Aufgabe, der wir uns gerne stellen. Mit unseren Infrastrukturleistungen ermöglichen wir Wachstum und das vielfältige Leben in Frankfurt Rhein- Main.

Frankfurt – die Datendrehscheibe

Rund 800 Megawatt betrug vergangenen Sommer die Lastspitze im Frankfurter Stromnetz – ein neuer Höchstwert. Hier zeigt sich der wachsende Strombedarf in der Mainmetropole. Insbesondere die Rechenzentren sind ein Treiber dieser Entwicklung. Rund ein Fünftel des gesamten Strombedarfs der Stadt entfällt bereits auf sie. Denn Frankfurt am Main ist eine gigantische Datendrehscheibe. In der Mainmetropole befindet sich der größte Internetknoten der Welt, dessen Datenhunger und damit auch der Energiebedarf wachsen. 500.000 m² Fläche nehmen die Serverfarmen bereits ein, Tendenz steigend. Für die Betreiber der Rechenzentren ist die sichere Stromversorgung entscheidend. Deshalb sind die Standorte mehrfach gegen Spannungsschwankungen und Versorgungsunterbrechungen abgesichert.

In puncto Versorgungszuverlässigkeit ist das Frankfurter Stromnetz europaweit Spitze und lag mit rund neuneinhalb Minuten durchschnittlicher Unterbrechungsdauer im vergangenen Jahr deutlich unter dem bundesweiten Mittel von rund 15 Minuten. Ausschlaggebend dafür: ein auf drei Säulen ruhendes Versorgungskonzept.

Säule Nummer eins ist die optimierte Netzarchitektur. Ringnetzstrukturen im Mittelspannungsbereich sorgen dafür, dass beispielsweise im Falle eines Kabelfehlers eine Wiederversorgung mit Strom innerhalb kürzester Zeit erfolgen kann. Die zweite Säule bildet Frankfurts doppelte Anbindung an das vorgelagerte Höchstspannungsnetz über Umspannwerke im Norden und Süden der Stadt. Die Mainmetropole liegt außerdem an der Grenze eines weiteren Übertragungsnetzgebietes und kann deshalb im Notfall auch Strom aus dieser Regelzone beziehen. Die Mainova-Kraftwerke im Stadtgebiet stellen die dritte Säule dar. Diese bieten mit einer elektrischen Erzeugungsleistung von mehr als 400 Megawatt eine zusätzliche Absicherung bei Engpässen.

Die zuverlässige Versorgung hat oberste Priorität. Um das hohe Niveau zu halten, hat Mainova in den letzten Jahren große Investitionen in die Infrastruktur und Erzeugung getätigt – und wird dies auch in Zukunft tun. Seit Gründung des Unternehmens im Jahr 1998 ist das Frankfurter Stromnetz von rund 6.800 km um ca. 800 km auf knapp 7.600 km gewachsen – und es geht weiter. Denn leistungsfähige Netze sind eine Voraussetzung für das Wachstum der Stadt. Sie bilden das Rückgrat für die sichere Stromzufuhr.

Foto: MAINOVA

Prosperierende Entwicklung – Hohe Nachfrage

In der prosperierenden Mainmetropole bleibt die Nachfrage hoch: Allein in den vergangenen drei Jahren hat unsere Netztochter Netzanschlussverträge in der Größenordnung von mehr als einem Drittel der Frankfurter Jahreshöchstlast abgeschlossen – worauf wir mit Blick auf die Zukunft reagieren. Mainova und ihre Netztochter sind hier mit zahlreichen Maßnahmen aktiv – zum Beispiel im Frankfurter Osten. Das Areal wandelt sich vom industriell geprägten Randbezirk zum Hotspot für Digitalisierung. Damit wächst auch der Energiebedarf. Die NRM verstärkt deshalb die dortige Energie-Infrastruktur auf Hoch- und Mittelspannungsebene beispielsweise durch die Verbindung zweier bestehender Umspannwerke.

Insgesamt mehr als 30 Umspannwerke verteilen sich über das Frankfurter Stadtgebiet. Freie Standorte sind rar. Der wachsende Bedarf ist damit auch ein Platzproblem. 2008 machte Mainova mit dem ersten unterirdischen Umspannwerk auf sich aufmerksam. Oberirdisch kaum größer als eine Garage, reicht das handballfeldgroße Bauwerk ca. 17 Meter tief unter die Erde.

Ebenso herausfordernd: Vor rund zwei Jahren hat die NRM erstmals im Kundenauftrag, einem Rechenzentrumsbetreiber, ein Umspannwerk mit der Leistung einer Kleinstadt von 25.000 Einwohnern gebaut. Der Vorteil: Da die Spannung direkt vor Ort von 110 kV auf 30 kV umgewandelt wird, entfallen Transportwege. Die Anlage ist bereits auf wachsenden Anschlussbedarf ausgelegt.

Auch der Frankfurter Flughafen wächst – und damit sein Strom- und Energiebedarf. Um den künftigen Anforderungen durch den Ausbau und den steigenden Energiebedarf durch die Automatisierung im Frachtbereich gerecht zu werden, wird das dortige 110-kV-Netz erweitert. Wie die meisten großen Infrastrukturvorhaben ist die gesamte Maßnahme komplex und erfordert eine gewissenhafte Planung. Die Durchführung ist ebenfalls herausfordernd – was für die Mehrzahl der großen Netzmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet gilt.

Energienetze stehen weiter im Fokus

Die Herausforderungen im Bereich der Netze bleiben auch in Zukunft hoch. Aufgrund der zunehmenden dezentralen Einspeisung, der Integration der Elektromobilität und der Digitalisierung steigen die Anforderungen. Erneuerbare Energien machen aktuell bereits mehr als ein Drittel der Stromproduktion aus, in zehn Jahren sollen es mehr als 60 Prozent sein. Dabei muss der Ausgleich zwischen Stromerzeugung und -verbrauch mit rund 97 Prozent der angeschlossenen EEG-Anlagen vor allem auf der Verteilnetzebene organisiert werden.

Die Energienetze stehen deshalb als Drehscheibe des zukünftigen Energiesystems klar im Fokus. Hier kommt es darauf an, dass die Regulierungsbehörden die Verteilnetze als Zentrum der Energiewende begreifen, ihren Ausbau attraktiv halten und den Fokus nicht ausschließlich auf die Transportnetze legen. Regulatorische Hürden dürfen sich nicht als Bremsklötze erweisen und ein rechtlicher Rahmen sollte Innovationen in Netztechnik nicht erschweren.

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