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Intelligente Messsysteme verlangen technische Interoperabilität
„Wir bieten Messstellenbetreibern eine integrierte Plattform für zentrale Aufgaben des intelligenten Messwesens.“
Damit Netz- und Messstellenbetreiber als Grundzuständige und auch die wettbewerblichen Messstellenbetreiber ihre Aufgaben verlässlich erfüllen können, müssen Standardisierung, Prozessintegration und die technische Interoperabilität intelligenter Messsysteme konsequent weiterentwickelt werden. Bodo Ruppach, Geschäftsführer der exceeding solutions GmbH aus Halle (Saale), spricht mit dem THEMEN!magazin über aktuelle Anforderungen im Smart-Meter-Rollout.
Herr Ruppach, wie bewerten Sie die aktuelle Situation beim Smart-Meter-Rollout?
Die aktuelle Gesetzgebung und Novellierungen verleihen dem Smart-Meter-Rollout zusätzliche Dynamik. Der beschleunigte Rollout-Pfad für intelligente Messsysteme wird dazu beitragen, die Steuerbarkeit und Flexibilisierung der Stromnetze nochmal deutlich voranzubringen. Gleichzeitig führen die angekündigten Überlegungen zu einem sogenannten „Smart Meter light“ bei vielen Marktteilnehmern zu Unsicherheit. Die regulatorischen Neuordnungen können allerdings auch mehr Technologieoffenheit und die Basis für den zügigen und vollen Rollout aller Letztverbraucherklassen schaffen – etwas, das zahlreiche Akteure seit langem fordern.
Ein zentrales Thema bleibt die intelligente CLSSteuerung, insbesondere von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Wallboxen. Sie ist für eine stabile und zukunftsfähige Netzführung in der Niederspannung von erheblicher Bedeutung. Daneben gewinnen weitere Themen an Relevanz: etwa die europäische Weichenstellung für einen möglichen Full-Rollout sowie die Chancen von Kooperationen zwischen kleinen und mittleren Stadtwerken.
Vor diesem Hintergrund ist auch die geplante Rolloutpflicht für neue Industriezähler mit intelligenter registrierender Leistungsmessung, kurz iRLM, und deren kommunikative Anbindung über das Smart-Meter-Gateway nur ein logischer Schluss der nun etablierten Smart-Meter-Infrastruktur.

- Grafik: exceeding solutions GmbH
Wie unterstützt exceeding solutions den Einsatz intelligenter Industriezähler?
Mit neuen Funktionen innerhalb der SmartGrid. Cloud schaffen wir die technische Grundlage für ein leistungsfähiges iRLM-Backend. Ziel ist es, die registrierenden Leistungsmessungen zuverlässig in die Prozesse grundzuständiger Messstellenbetreiber einzubinden.
Welche Rolle übernimmt exceeding solutions bei der Prüfung von Geräten vor der Inbetriebnahme?
Als Prüflabor begleiten wir Gerätehersteller bereits in frühen Entwicklungsphasen neuer Geräte- und Firmwareversionen. In unserem SmartGrid.Test- Lab führen wir umfangreiche, praxisnahe Prüfungen durch. Dabei simulieren wir unter anderem unterschiedliche Belastungen um Stabilität, Kompatibilität und Leistungsfähigkeit der Komponenten zu bewerten.
Darüber hinaus bieten wir Netz- und Messstellenbetreibern unabhängige Vorabtests für Geräte sämtlicher Klassen und Hersteller im Smart Metering an. Damit können sie sowohl einzelne Komponenten als auch vollständige Prozessketten unter realitätsnahen Bedingungen vorab testen. Denn letztlich kommt es darauf an, dass Systeme nicht nur isoliert funktionieren, sondern im Zusammenspiel dauerhaft stabil und effizient arbeiten.
Welchen Bedarf sehen Sie bei Messstellenbetreibern in den kommenden Jahren?
Messstellenbetreiber stehen vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen sie den beschleunigten Smart-Meter-Rollout operativ bewältigen. Andererseits müssen sie neue Anforderungen aus Flexibilisierung, Steuerung und intelligenten Versorgungskonzepten in ihre bestehenden Prozesse integrieren.
Der Schwerpunkt verlagert sich damit von der reinen Rollout-Logistik hin zu belastbaren und skalierbaren Betriebsprozessen. Aus IT-Sicht sind klar definierte, funktionale Schnittstellen ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Standardisierte, sofort nutzbare Schnittstellen von exceeding solutions- Systemen reduzieren den Integrationsaufwand und schaffen die Grundlage dafür, neue regulatorische oder technische Anforderungen umzusetzen, ohne die vorhandene Systemlandschaft bei jeder Geräte- oder Modulvariation umbauen zu müssen.
Was bietet exceeding solutions Messstellenbetreibern konkret?
Mit der SmartGrid.Cloud bieten wir Messstellenbetreibern eine integrierte Plattform für zentrale Aufgaben des intelligenten Messwesens. Sie verbindet Gateway-Administration, MDM-/pEMT-Datendrehscheibe, Netzmonitoring und CLS-Management in einer Cloud-Lösung.
Die Plattform umfasst die Gateway-Administration mit einer GWA-2.0-Architektur, neben dem pEMTModul für das Messen steht auch das intelligente aEMT-Modul für Netzmonitoring und CLS-Management bereit. Die Integration der BDEW-Web-APIServices für Lieferantenwechsel und den Universalbestellprozess für Steuerhandlungen ist dabei vollintegriert oder kann als Modul für alle beteiligten Akteure abonniert werden.
Abschließend: Welche Themen stehen beim SmartGrid.Praxisforum 2026 im Mittelpunkt?
Im Mittelpunkt stehen konkrete Erfahrungen aus der Praxis, aktuelle Herausforderungen im operativen Betrieb und die zentrale Frage, wie intelligente Messsysteme im Zusammenspiel langfristig stabil und effizient funktionieren können.
Das SmartGrid.Praxisforum 2026 bietet den Rahmen für den intensiven Austausch zwischen Marktpartnern. Geplant sind Beiträge zu aktuellen Entwicklungen rund um iRLM, zur Steuerung aus dem Gateway sowie zur Interoperabilität neuer Gerätegenerationen im SmartGrid.TestLab.
Messstellenbetreiber, Netzbetreiber sowie Lösungsanbieter sind herzlich eingeladen am 14.10. 2026 in Leipzig miteinander in den fachlichen Austausch zu gehen.
Wir danken für das Gespräch.
www.exceeding-solutions.de



