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< EWI Energietagung 2026 – Energiewende unter Druck?
26.05.2026 10:37 Alter: 1 day

Eigener Strom statt importiertes Risiko

“Investitionen senken Abhängigkeit und stärken den Standort.”


Dr. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie

Österreichs Energiezukunft entscheidet sich an Investitionen, Verfahrenstempo und klaren Rahmenbedingungen. Das war die zentrale Botschaft beim aktuellen Trendforum von Oesterreichs Energie bei dem über ein unabhängigeres und leistbares Energiesystem diskutiert wurde. Zum Trendforum sprachen wir mit Dr. Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

Frau Dr. Schmidt, welchen Schwerpunkt setzte das Trendforum?

Energie ist das Thema unserer Zeit, die Transformation unumkehrbar. Energie entscheidet über Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Die letzten Jahre haben deutlich gemacht, wie verletzlich internationale Energiemärkte sind. Die weitere Umsetzung der Transformation und der Elektrifizierung ist eine No-regret-Maßnahme und wir sind alle gefordert dafür zu werben, um die notwendige Akzeptanz zu schaffen.

Und wir sollten auch, wie es der Präsident von Oesterreichs Energie, Dr. Michael Strugl auf dem Trendforum betonte, die strategische Dimension der Energieversorgung sehen. Ein Energiesystem, das stark auf fossile Importe angewiesen ist, importiert nicht nur Energie, es importiert auch Risiko. Jede Krise auf internationalen Märkten zeigt uns, wie schnell Abhängigkeit bei Preisen, Unternehmen und Haushalten ankommt. Deshalb ist der Umbau unseres Energiesystems auch eine strategische Frage der Handlungsfähigkeit Österreichs

Sie plädieren für Investitionen statt Wunschdenken?

Es ist keine neue Erkenntnis. Leistbare Energie entsteht nicht durch Wunschdenken, sondern durch Investitionen, Planungssicherheit und den effizienten Einsatz unserer Mittel. Die Arbeit ist noch nicht geschafft: Schnellere Verfahren, stärkere Netze, Speicher und Flexibilität bleiben zentrale Aufgaben. Die Energieunternehmen sind bereit, zu investieren. Wir haben die Möglichkeiten, die Technologien und das Know-how. Jetzt geht es um Umsetzung, um Tempo und ums Tun. Denn 2040 klingt nach ferner Zukunft, ist für ein Energiesystem aber übermorgen. Was dann funktionieren soll, muss heute vorbereitet und morgen gebaut werden. Dafür brauchen wir verlässliche Rahmenbedingungen: klare Gesetze, eine praxistaugliche Regulierung, schnellere Verfahren und Rechtssicherheit.

Warum ist Energietransformation eine „Groß-Chance“ für Österreich?

Die Transformation des Energiesystems ist nicht nur energiepolitische Notwendigkeit, sie ist auch eine „volkswirtschaftliche Groß-Chance“. So die Aussage von Christian Helmenstein, Geschäftsführer des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung auf dem Trendforum. Denn wenn es gelingt, die vorhandenen Potenziale konsequent auszuschöpfen, winkt eine doppelte Dividende: vorübergehend durch einen expansiven wirtschaftlichen Impuls, langfristig und dauerhaft durch eine geringere Importabhängigkeit und eine höhere Versorgungssicherheit.
Österreich verfügt über gute Voraussetzungen für die Transformation des Energiesystems. Damit aus Potenzial aber Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und wirtschaftliche Stärke entstehen, braucht es konsequente Umsetzung, effizientere Strukturen und verlässliche Rahmenbedingungen.

Wir danken für das Gespräch.

oesterreichsenergie.at