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26.10.2023 09:13 Alter: 175 days

Die Energiewende zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Die Konferenz ENERGIE. CROSS.MEDIAL bietet seit 2020 eine fachbezogene und zugleich politisch übergreifende Plattform der Diskussion und des Erfahrungsaustauschs. Seit über 30 Jahren ist das Forum für Zukunftsenergien die einzige politisch unabhängige und branchenübergreifende Institution der Energiewirtschaft und Energiepolitik im vorparlamentarischen Raum in Deutschland.


Dr. Annette Nietfeld, Geschäftsführerin EFO Energie Forum Foto: Die Hoffotografen

ENERGIE.CROSS.MEDIAL hatte im März 2020 als neues branchenübergreifendes Konferenzformat seine Premiere und konnte seither viermal realisiert werden. Die kommende Auflage am 5. und 6. März 2024 in Berlin steht unter dem Thema „Umsetzung der Energiewende: zwischen Wunsch und Wirklichkeit.“ THEMEN!magazin sprach zur Vorbereitung der Konferenz mit Frau Dr. Annette Nietfeld, Geschäftsführerin der EFO Energie Forum GmbH & Forum für Zukunftsenergien e. V.

Frau Dr. Nietfeld, worin sehen Sie das Alleinstellungsmerkmal von ENERGIE.CROSS.MEDIAL?

ENERGIE.CROSS.MEDIAL unterbreitet allen von der Energiewende betroffenen Branchen ein Angebot zum Austausch über die verschiedenen Themen. Beispielhaft seien der Mobilitätssektor, die Strom-, Netzwirtschaft- und Gebäudewirtschaft sowie die energieintensiven Industrien genannt. Damit greifen wir nicht ein Themenfeld heraus, sondern wollen bewusst das Zusammenwirken aller Akteure bei der Realisierung der Energiewende zeigen. Es gibt derzeit kein passenderes Format, um die vielschichtigen Aspekte der Energiewende zu diskutieren und Lösungsansätze zu identifizieren. Und hochkarätige Eröffnungsredner der letzten Jahre wie Kadri Simson, EU-Kommissarin für Energie oder Dr. Siegfried Rußwurm, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie sprechen für die Resonanz dieses Konferenzangebotes.

Welche Themen stehen im Eröffnungsplenum im Mittelpunkt?

ENERGIE.CROSS.MEDIAL findet gut zwei Jahre nach dem Beginn des Krieges, den Russland gegen die Ukraine führt, vor dem Hintergrund statt, dass Versorgungskrisen und extrem volatile Preise an den Energiemärkten im ersten Kriegsjahr zwar gemeistert wurden; dennoch perspektivisch die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet ist. Im Mittelpunkt der politischen Debatte werden im zweiten Halbjahr 2023 und im ersten Halbjahr 2024 die Inflation, die Rezession und die hohen Strompreise, die die deutsche Volkswirtschaft sehr belasten, stehen. Hinzu kommt, dass der Krieg die bisherigen handelspolitischen Beziehungen dauerhaft verändert hat und der IRA der USA dafür sorgt, dass Investitionen nicht in Europa und Deutschland stattfinden. Gleichzeitig hält die Politik an der Energiewende und ihren Klimaschutzzielen, die vor der Pandemie und vor dem Krieg definiert wurden, fest; mit allen Konsequenzen für die deutsche Wirtschaft und privaten Haushalte. Mit diesen Themen werden wir uns im Eröffnungsplenum befassen. Angefragt wurden Herr Prof. Dr. Masala, Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften an der Universität der Bundeswehr München, Peter Van Kemseke, European Green Deal adviser im Kabinett der EU-Präsidentin von der Leyen, Stefan Quandt, BMW-Großaktionär und Dr. Friedrich Merz, Parteivorsitzender, Christlich Demokratische Union Deutschlands, Vorsitzender der CDU/ CSU – Bundestagsfraktion.

Können Sie weitere Themen für das Plenum benennen?

Die Themen „Versorgungssicherheit und Klimaschutz“ werden im Plenumsteil großen Raum einnehmen. Dort werden wir außerdem eine Bilanz der „Energie- und Klimaschutzpolitik der EU-Kommission“ nach vier Jahren ziehen. Anlässlich der Halbzeit der deutschen Bundesregierung sollen ferner Erwartungen an die Politik in den verbleibenden zwei Jahren formuliert werden.

Foto: Marc Darchinger

Oliver Grundmann (CDU/ CSU), Konrad Stockmeier (FDP), Olaf Pritsch, Lisa Badum, (Bündnis 90/ Die Grünen) und Bengt Bergt (SPD) (v. l.) nach der Podiums - diskussion: „Zeitenwende in der nationalen Energie- und Klimaschutzpolitik“ (2022)

Die Themen „Versorgungssicherheit und Klimaschutz“ sind häufig im Rahmen vergleichbarer Formate zu finden. Warum stehen sie auch hier auf der Tagesordnung?

Die ehrliche Befassung mit diesen Themen ist für die deutsche Volkswirtschaft von zentraler Bedeutung. Die Versorgungssicherheit ist nicht gewährleistet. Diese kritische Situation spiegelt sich u.a. in den hohen Strompreisen, die die deutschen Unternehmen international nicht wettbewerbsfähig sein lassen, wider. Mit Blick auf den Klimaschutz ist festzustellen, dass trotz des Abkommens von Paris, die globalen Treibhausgasemissionen weiter ansteigen. Da auch im Rahmen der verschiedenen G20 Gipfeltreffen keine Einigung zur Vergrößerung der Klimaschutzanstrengungen erzielt werden konnte, wird das auch zukünftig so bleiben. Es stellt sich deshalb die Frage, ob es klug ist, dass Europa und die Nationalstaaten diesen Sachverhalt ignorieren und an ihren bisherigen Plänen festhalten.

Was erwartet uns in den Sessions?

Mit Blick auf den Immobiliensektor werden wir uns mit den verschiedenen neueren Gesetzen und ihren Instrumenten zur C02 -Reduktion, die 2024 in Kraft treten, befassen. Es wird ferner eine Session zur Transformation der Infrastrukturen geben sowie zu all den Themen rund um Gas, E-Fuels und Wasserstoff. Neu ist die Befassung mit den Themen zur Digitalisierung und Datenmanagement, wobei das natürlich einen fließenden Übergang zu den Themen der Flexibilisierung und des Lastmanagement bildet. Im März 2024 werden außerdem erste Erfahrungen mit den neuen Energieeffizienzgesetzen auf europäischer und nationaler Ebene vorliegen. Auch damit werden wir uns in einer Session befassen. In unserem Programm sollen die schwierigen Sachverhalte und Entwicklungen aufgezeigt und diskutiert werden. Wir werden ferner innovative Praxisbeispiele präsentieren und uns in die Formulierung von Lösungsansätzen einbringen. Reden und Vorträge, die Präsentation von Pilotprojekten und Podiumsdiskussionen ergeben somit ein vielfältiges Programm.

Auf welche Teilnehmer dürfen wir gespannt sein? Immerhin zeichnet sich eine solche Konferenz auch dadurch aus, dass sie Gelegenheit zum Networking bietet.

Politiker, Vertreter der Bundesministerien und Kabinettsmitglieder, Unternehmens- und Verbandsvertreter sowie Vertreter von NGOs werden aktiv auf dem Podium und auch im Auditorium vertreten sein. Das Forum für Zukunftsenergien hat ja darüber hinaus Arbeitskreise, die sich regelmäßig öffentlich zu aktuellen Themen der Energiewende und Klimapolitik austauschen. Auch aus diesem Interessentenkreis erwarten wir zahlreiche Fachexperten als Teilnehmer.

Vielen Dank für das Gespräch.

www.energiecrossmedial.de