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< Karte für visionäres Wasserstoffnetz veröffentlicht
27.02.2020 10:12 Alter: 3 yrs
Kategorie: Digitalisierung

Bei der Energiewende müssen Städte vorangehen

Deutschlands Städte boomen. Die neu entstehenden Wohnungen, Bürokomplexe und Gewerbestandorte bieten chancenreiche Ansatzpunkte, um die Energiewende mit innovativen Quartiers- und Versorgungskonzepten in die Metropolen zu bringen. Denn hier kann die Versorgung mit Strom, Wärme, Kälte und Mobilität neu gedacht werden. Die Energielösungen sollten dabei immer auf eine dezentrale, ressourcenschonende Energieerzeugung sowie auf eine kluge Verknüpfung von Strom, Wärme und Verkehr setzen.


Matthias Trunk, Vorstand Vertrieb der GASAG AG, Berlin, Foto: Martin Leclaire

Die Energiewende findet auch und vor allem in den Städten statt. Der Erfolg der Energiewende ist zudem eine Frage des Zusammenspiels von Strom, Wärme und Mobilität. Denn durch die intelligente Kopplung der Sektoren können die erneuerbaren Energien sehr viel besser in das Energiesystem integriert, Energie kann effizienter genutzt werden. Besonders gut gelingt dies mit dezentralen Lösungen in städtischen Quartieren.

Ein Gastbeitrag von Matthias Trunk, Vorstand Vertrieb der GASAG AG, Berlin.

Leuchtturm der Energiewende

Was das konkret meint, illustrieren innovative Projekte der GASAG wie der Steglitzer Kreisel in Berlin, der bald in neuem Glanz erstrahlen wird. Viele Jahre stand der weithin sichtbare Büroturm leer. Jetzt entwickeln wir die Immobilie gemeinsam mit der CG Gruppe zu einem Leuchtturm für praktizierten Klimaschutz. Mit der CG Gruppe haben wir eine Partnerin gefunden, die unsere Ziele teilt und wertschätzt. Seit der Gründung des gemeinsamen Unternehmens CG Netz-Werk GmbH vor rund zwei Jahren hat die GASAG Solution Plus mit der CG-Gruppe eine Reihe wegweisender Projekte angeschoben, die bundesweit Strahlkraft entwickeln werden.

Intelligente Kombination der Energieträger

Schon äußerlich verwandelt sich das Gebäude grundlegend. Aus dem schlichten Zweckbau wird ein eleganter, lichtdurchfluteter Wohntower. Aber auch die energetische Versorgung ist zukunftsweisend. Zwei Blockheizkraftwerke, zwei Wärmepumpen, drei Kompressions- und zwei Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach und an der Fassade des Parkhauses werden das Gebäude zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energielösungen machen. Der grüne Strom aus den Solaranlagen treibt die Kompressionsanlagen und die beiden Wärmepumpen an. Durch diese intelligente Kombination der verschiedenen Energieerzeuger ist das Gebäude extrem energieeffizient. Die Bilanz: Über 60 Prozent weniger CO2-Emissionen gegenüber einer Fernwärmeversorgung. Und die Besitzer und Mieter werden dauerhaft von niedrigen Energiekosten profitieren.

Ladeinfrastruktur als Teil der Gebäudetechnik

Die Verkehrswende haben wir von Beginn an mitgedacht. Fast alle Tiefgaragenplätze werden über elektrische Ladepunkte verfügen, die den künftigen Bewohnern den Umstieg auf E-Mobilität einfach machen. Denn damit sich Elektromobilität durchsetzen kann, müssen möglichst viele private Stellplätze in direkter Nähe zur Wohnung mit Lademöglichkeiten ausgestattet werden. Attraktiv wird elektrisches Fahren zudem durch unsere speziellen Mobilstromtarife, die die Bewohner nutzen können. Die Ladepunkte sind auch für ein intelligentes Lastmanagement wichtig: Erzeugen die Solaranlagen und Blockheizkraftwerke mehr Ökostrom, als aktuell benötigt wird, dienen die Batterien der Fahrzeuge als Speicher. Damit bietet das Projekt schon jetzt das, was zukünftig Standard sein wird: E-Ladeinfrastrukturen werden fester Bestandteil der Gebäudetechnik. Die Immobilienwirtschaft wird damit zu einem wichtigen Treiber der Elektromobilität.

Mieterstrom beteiligt breite Bevölkerungsschichten

Auch beim Maximilians Quartier im Berliner Stadtteil Wilmersdorf setzt die GASAG auf Elektromobilität. Hier baut die Groth-Gruppe ein neues Wohnviertel mit rund 970 Miet- und Eigentumswohnungen. Elektrofahrzeuge sollen künftig mit Strom aus dem eigenen Keller angetrieben werden. Rund 180 Autostellplätze sind von Anfang an mit Ladestationen ausgestattet. Eine weitere Besonderheit: Den künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern wird nicht nur Wärme, sondern auch vor Ort erzeugter Strom angeboten – sogenannter Mieterstrom. Die Energiewende zieht damit in die Innenstädte und beteiligt breite Bevölkerungsgruppen.

Beim Maximilians Quartier im Berliner Stadtteil Wilmersdorf setzt die GASAG auf Elektromobilität. Hier baut die Groth-Gruppe ein neues Wohnviertel mit rund 970 Mietund Eigentumswohnungen. Bildnachweis: © Groth-Gruppe

Wärme und Strom aus dem Quartier

Im Quartier an der Maselakebucht, das zur Spandauer Wasserstadt gehört, versorgen wir eine ganze Nachbarschaft mit ökologisch erzeugter Energie. Zusätzliche Synergien erschließt die GASAG durch den Zusammenschluss der Energieversorgung zweier benachbarter Quartiere ganz in der Nähe. Das Energiekonzept für das Wohnquartier Maselake fußt auf dem Prinzip der Kraft- Wärme-Kopplung. KWK ist ein höchst effizientes Energieerzeugungsverfahren. Es trägt wesentlich zu CO2-Einsparungen und damit zum Klimaschutz im Wärmebereich bei. In der Spandauer Wasserstadt versorgt die GASAG schon seit Jahren rund 2.500 Wohneinheiten mit Wärme. Diese stammt aus einem mit Bio-Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerk. Ergänzt wird das Kraftwerk mit einer Leistung von 400 kWel von zwei Gaskesseln mit je 5.000 kW. Das Versorgungskonzept reduziert den CO2-Ausstoß jährlich um rund 1.400 Tonnen.

Effizienz durch Synergien steigern

Vor wenigen Monaten haben wir die Energiezentrale erweitert, um ein weiteres in Bau befindliches Quartier an das Nahwärmenetz anzuschließen. Dadurch können wir Synergien nutzen und die Energieeffizienz steigern. Die Wärme aus dem größten Berliner Blockheizkraftwerk der GASAG-Gruppe mit einer Leistung von ca. 1.000 kWel gelangt über das zwei Kilometer lange Nahwärmenetz in die Haushalte. Das Nahwärmenetz des Quartiers wird dabei stetig hydraulisch optimiert und ist an die Fernüberwachung der GASAG angebunden. Dadurch können wir jederzeit eine maximal effiziente Betriebsführung gewährleisten und etwaige Störungen sofort beheben. Der Strom wird in das Netz eingespeist. Nach Fertigstellung der sogenannten Pepitahöfe wird die Energiezentrale insgesamt 3.500 Wohnungen mit einem Wärmeabsatz von ca. 18.400 MWh versorgen. Die mitwachsende Energiezentrale sichert damit eine nachfrageorientierte Versorgung ab.

Passgenaue und flexible Lösungen

Dank des hohen Anteils an KWK-Wärme und des Einsatzes von Bio-Erdgas erreichen wir mit unserem Versorgungskonzept für die Siedlungen in der Spandauer Wasserstadt einen Primärenergiefaktor von nur 0,24. Das Quartier ist damit besonders energieeffizient und das schont die Umwelt. Wie bereits erwähnt, werden so rund 1.400 Tonnen CO2 pro Jahr auf diese Weise eingespart. Mit unseren innovativen Quartierkonzepten bieten wir passgenaue und flexible Lösungen - auch für wechselnde Anforderungen. Die Leitlinien unserer Konzepte sind dabei stets höchste Energieeffizienz, ein geringer Primärenergiefaktor und bestmöglicher Klimaschutz bei sozialverträglichen und wettbewerbsfähigen Preisen.
Weitere Informationen unter: Opens external link in new windowwww.gasag.de