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01.02.2019 16:02 Alter: 2 yrs

30 Jahre Forum für Zukunftsenergien

Vier Monate vor dem Fall der Berliner Mauer wurde 1989 in Bonn auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums das Forum für Zukunftsenergien als branchenneutrale und politisch unabhängige Institution gegründet. Seither organisiert es für seine Mitglieder und die energiewirtschaftliche Fachöffentlichkeit nunmehr in Berlin und Brüssel - kontinuierlich und erfolgreich - den energiepolitischen Dialog mit der Politik.


Dr. Annette Nietfeld, Geschäftsführerin des Forum für Zukunftsenergien benennt in Ihrem Gastbeitrag Themen, die in 2019 die energiepolitische Debatte begleiten werden.

Foto: Die Hoffotografen GmbH Berlin

Seit nunmehr 30 Jahren gibt es das Forum für Zukunftsenergien. Branchenneutral und politisch unabhängig ist es zu einer Institution herangewachsen, die aus der energiepolitischen Debatte nicht mehr wegzudenken ist. Eine Dialogplattform, die auch im Jahr 2019 wieder mit sachlichen Informationen, lebendiger Diskussion und einer exzellenten Themenvielfalt die Debatten um die Energiewende begleiten wird.

Energiepolitischer Dialog ist seit der Diskussion zur Energiewende und Fragen ihrer Akzeptanz mehr als notwendig. Seien es teils gegensätzliche politische Meinungsfelder mit unterschiedlichen Sichtweisen, Informationen an die Öffentlichkeit in unterschiedlichen Qualitäten oder die Spezifik der einzelnen Themenfelder.

Formate für sachorientierte Auseinandersetzung

Diesen Dialog bietet das Forum für Zukunftsenergien im Rahmen regelmäßig stattfindender Tagungsformate, die für unterschiedliche Themenschwerpunkte etabliert wurden. Verfolgt wird damit das Ziel, unseren Mitgliedern (u. a. Unternehmen und Verbände) eine Plattform für die Darstellung und Diskussion der eigenen Positionen zu bieten und somit gleichzeitig immer eine ausbalancierte Debatte zu aktuellen energiepolitischen Themen zu ermöglichen.

Die Veranstaltungen selbst zeichnen sich durch einen hohen Grad an sachorientierter Auseinandersetzung aus und leisten damit einen Beitrag, den jeweiligen Argumenten der einzelnen Branchen Gehör zu verschaffen und von allen Seiten zu beleuchten. Für diese Mittlerfunktion ist das Forum für Zukunftsenergien bundesweit bekannt und genießt in den Fachkreisen hohes Ansehen. Durch seine Themensetzung entstehen häufig entscheidende Impulse für die Beratung aktueller energiepolitischer Fragestellungen. Auch für das Jahr 2019 zeichnen sich einige Themen ab, die wir vom Forum für Zukunftsenergien aufgreifen und diskutieren werden.

Europäische Energiepolitik beeinflusst energiepolitische Debatte 2019

Obwohl aufgrund der Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 aus Brüssel in diesem Jahr wohl keine neuen energiepolitischen Weichenstellungen zu erwarten sind, wird die europäische Energiepolitik die Themensetzung in den Mitgliedstaaten deutlich beeinflussen. Denn das EU- Parlament und der Rat der Europäischen Union haben sich noch im Dezember 2018 auf umfangreiche Reformen des Energiemarktes verständigt. Alle acht Vorhaben - vier Richtlinien und vier Verordnungen - des sogenannten Winterpakets von 2016 können damit bald in Kraft treten und werden sicher die energiewirtschaftliche Debatte in Deutschland wesentlich mitbestimmen.

Energieeffizienz bleibt ein Thema

Ein erster Impuls im Kontext der Umsetzung der EU- Vorgaben könnte von der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden ausgehen, die am 9. Juli 2018 in Kraft trat. Sie ist innerhalb von 20 Monaten in nationales Recht umzusetzen. Zurzeit arbeitet die Bundesregierung erneut an einem Gebäudeenergiegesetz (GEG), ein Vorhaben, mit dem sie in der vergangenen Legislaturperiode am Bundesrat gescheitert ist.

Mit Blick auf das noch für dieses Jahr angekündigte Klimaschutzgesetz und die Absicht, die C02-Emissionen im Gebäudebereich zu senken, wird sich die politische Debatte auf jeden Fall um die Frage drehen, mittels welcher Maßnahmen die Geschwindigkeit der Gebäudesanierung in Richtung energieeffizienterer Systeme beschleunigt sowie die Energieeffizienz neuer Gebäude verbessert und sie intelligenter gestaltet werden können.

„Kohleausstieg“ und Versorgungssicherheit

Auf nationaler Ebene hat die Arbeit der Kommission für Wachstum, Beschäftigung und Strukturwandel die energiepolitische und gesamtgesellschaftliche Debatte geprägt. Sobald im Februar 2019 der Abschlussbericht und damit ein Stichtag für das Auslaufen der Kohleverstromung vorliegen, werden weitere Aufgaben auf der energiepolitischen Agenda erscheinen. Dann gilt es u. a., sich mit der Gewährleistung der Versorgungssicherheit zu befassen; und zwar unter Berücksichtigung der Vorgaben des Winterpaketes der EU und den darin enthaltenen „Regelungen für Kapazitätsmärkte“ sowie der Frage der „Auslastung der grenzüberschreitenden Stromleitungen“. Die Leistung von Kohlekraftwerken, die per Beschluss aus dem Markt genommen werden, soll u. a. durch neue Gaskraftwerke ersetzt werden. Diese werden jedoch nur gebaut, sofern von der Politik ein sicherer Investitionsrahmen geschaffen wird. Das Gleiche gilt auch mit Blick auf den Zubau von Erneuerbare- Energien- Anlagen.

Ohne „Moos“ nichts los

Finanzierungsthemen werden also auf der Tagesordnung stehen, und zwar nicht nur mit Bezug auf die Schaffung von Investitionssicherheit für neue Kraftwerke, sondern weit darüber hinaus. Zur Bewältigung des Kohleausstiegs werden Maßnahmen mit Kosten in Milliardenhöhe erforderlich sein. Für abgeschaltete Kohlekraftwerke werden Entschädigungszahlungen an die Betreiber zu leisten sein. Auch die Reform der EEG-Umlage und eine generelle Änderung des Steuer- und Abgabesystems auf die KWh-Strom werden sicher wieder zur Diskussion gestellt. Und es ist auch das Interesse des Haushaltskunden in den Blick zu nehmen. Auch er dürfte zukünftig nicht bereit sein, jeden Strompreis klaglos zu zahlen und wird nach Entlastung rufen.

Digitalisierung als Treiber

Die Energiewende wird zu einem großen Teil erst durch die Digitalisierung erreichbar. Deshalb, aber sicher auch vor dem Hintergrund anderer wirtschaftspolitischer Herausforderungen, hat sich die Bundesregierung vorgenommen, die damit verbundenen Aufgaben energisch anzugehen und u. a. die erforderlichen regulatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Blockchain-Technologie, von der sich die Energiewirtschaft einen großen Schritt zum Gelingen der Energiewende verspricht, könnte das einen deutlichen Schub verschaffen. Eine Strategie der Bundesregierung zur Blockchain-Technologie ist in Bearbeitung und soll 2019 vorgestellt werden.

Instrumentarium Expertenbefragung

Zur Bereitstellung von aktuellen Marktinformationen und Entscheidungsgrundlagen wird das Forum 2019 eine umfassende Expertenbefragung in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Celron durchführen. Den Schwerpunkt bildet die Sondierung der zukünftigen Rolle von Energieunternehmen im Bereich der E-Mobilität. In diesem Zusammenhang werden gleichermaßen die bereits realisierten als auch die angestrebten Positionierungen entlang der E-Mobilitäts-Wertschöpfungskette und insbesondere Leistungsfelder, Alleinstellungsmerkmale, Ertragspotenziale, Chancen und Risiken identifiziert.

Die Ergebnisse der Expertenbefragung werden im Juni 2019 im Rahmen einer Konferenz mit Branchenvertretern und politischen Mandatsträgern vorgestellt und erörtert sowie nachfolgend allen Interessenten zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen unter:
Opens external link in new windowwww.zukunftsenergien.de