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10.05.2017 13:31 Alter: 133 days

Stadtwerke sind innovative Partner der Kommune

Schwedt an der Oder ist mit 32.000 Einwohnern größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum des Landkreises Uckermark. In 25 erfolgreichen Jahren haben sich die Stadtwerke Schwedt vom klassischen Energieversorger zum Dienstleister mit vielen Geschäftsfeldern entwickelt. Mehr als 50 Prozent der Wertschöpfung kommt der Kommune zugute. Bis heute wurden mehr als 100 Millionen Euro in die Versorgungssicherheit investiert. Bereits 1998 definierten die Stadtwerke das Thema Telekommunikation als Teil der Daseinsvorsorge.


Diese Entwicklung ist eng verbunden mit der Handschrift von Helmut Preuße, seit ihrer Gründung 1991 Geschäftsführer der Stadtwerke.

Fotos: Stadtwerke Schwedt

Wir sind´s! – heißt das Leitbild, welches die Prinzipien des Handelns der Stadtwerke Schwedt auf ein festes, zukunftsweisendes Fundament stellt und sich zu einem unternehmerischen Verständnis bekennt. Es baut auf eine einfache, selbstbewusste Formel: Besser sein. Besser für alle, denen man sich als Unternehmen verbunden und verpflichtet fühlt: den Kunden, den Mitarbeitern sowie der Stadt.  Die Philosophie des Unternehmens bringt Geschäftsführer Helmut Preuße so zum Ausdruck: „Nur wenn alle von unseren Leistungen und Erfolgen profitieren, werden wir uns weiter profilieren. Besser sein bedeutet darum auch für uns, besser machen. Unsere tägliche Arbeit, unser Auftreten und Verhalten immer wieder zu hinterfragen und wenn nötig zu korrigieren. Diesen Herausforderungen wollen und werden wir uns auch künftig stellen“.

Kontinuierliche Umsatzsteigerung

Ob Fernwärmeversorgung, Stromversorgung, Erdgasversorgung, Telekommunikation und Hafen, als kleineres Stadtwerk im „flachen“ Land ist das Unternehmen eine unverzichtbare Größe für die urbane wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und ihres Umlandes. 

Die Stadtwerke Schwedt sind heute im Verbund mit den Technischen Werken ein etablierter Unternehmensverbund, der Da­seinsvorsorge wörtlich nimmt. Eine schnelle Internet-Infrastruktur ist ebenso vorhanden wie moderne Strom-, Gas- und Fern­wärme­netze, entscheidende Assets für die künftige Entwicklung.

Auch für das Geschäftsjahr 2016 konnte wieder eine positive Bilanz gezogen werden. Bei einem Jahresumsatz von fast 51 Millionen Euro wurden die Umsätze seit Gründung der Stadtwerke Schwedt fast verdoppelt. In Netzerweiterungen und -ersatz, Errichtung von Hausanschlüssen, aber auch in technische Anlagen sowie Hard- und Soft­ware­technik wurden in 2016 nahezu 4 Millionen Euro investiert. Die gesamte Absatzmenge für die Vertriebsprodukte Fernwärme, Gas und Strom lag mit 253 GWh etwa auf dem Vorjahresniveau. Über den Windpark Heinersdorf wurden 22 Prozent und über Bioenergie der Biogas-BHKW-Anlage der GASAG im Schwedter Hafen wurden rund 17 Prozent in das Strom-Mittelspannungsnetz der Stadtwerke Schwedt eingespeist. 

Umweltfreundliche Fernwärme- und Gasversorgung

Mit einem umweltfreundlichen Angebot an Fernwärme können die Stadtwerke auch in Richtung Klimaschutz punkten.  Das Netz­ge­biet von 70 km und 11 Wärmeübertragungs­stationen sichern einen Anschlussgrad von mehr als 75 Prozent im Stadtgebiet. Der Bezug erfolgt überwiegend von der PCK Raffinerie GmbH, ein geringer Teil der Wärmemenge für die Spitzenlast wird im eigenen Spitzen- und Reserveheizwerk erzeugt. In das Gasnetz wird Biogas mit einem Volumen von 350 GWh eingespeist. Die Stadtwerke betreiben eine Erdgastankstelle für Pkw und Lkw und sichern die Versor­gung im Hoch-, Mittel- und Niederdruckbereich in der Stadt Schwedt und sechs Ortsteilen. Im März 2017 wurde den Stadtwerken erneut bestätigt, dass sie die Anforderungen an das Technische Sicherheitsmanagement für Gas und Strom erfüllen.

Schwedt - Der Hafenstandort

Im Jahr 2016 erzielte der Schwedter Hafen ein Umschlagsergebnis von rd. 214.000 Tonnen und lag damit im Trend fast aller deutscher Binnenhäfen. „Den Schwedter Hafen liefen 297 Schiffe an, 134 unter deutscher Flagge, 160 unter polnischer Flagge und 3 Schiffe waren niederländischer und tschechischer Nationalität“, konnte Helmut Preuße in der Hafenbilanz ausweisen. 

Der Hafenstandort mit einer Fläche von 30 ha inklusive Gewerbepark ist modern ausgestattet, besitzt Umschlagsanlagen für alle Ladungsarten und die trimodale Anbindung als Voraussetzung für internationale Güter­ströme. Massengüter können mit Portalkränen als Greifergut verladen werden, Container mittels eines Spreaders. Zu Jahresbeginn wurde der Eisenbahnumschlag als ein Schwer­­punkt ins Visier genommen. Im Februar konnte der erste Containerzug in Eigenregie entladen werden. Der Bahn­umschlag erhöhte sich auf 31 Züge und 42.209 Tonnen und entspricht fast 20 Prozent vom Gesamtumschlag, das höchste Ergebnis seit der Inbetriebnahme. 

„Der Schwedter Hafen ist für viele Güter bestens geeignet, bietet sehr viel Lagerkapazi­täten und Containerstellflächen. Und für Ansiedler haben wir auch noch Platz“, wirbt Geschäfts­führer Preuße für den Hafen­stand­ort. Ohne dabei ein noch offenes Problem auszuklammern: Zu geringe Abladetiefen in Rich­tung Stettin aber auch auf der Hohen­saaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße behindern in Rich­tung Berlin den Einsatz von Küsten­motorschiffen bzw. Großmotorgüter­schiffen. Europaschiffe können nur bedingt eingesetzt werden. In Schwedt hofft man auf die im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Ausbauprojekte W 37 – Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße und W 55 – Neubau eines Schiffshebewerkes in Niederfinow. Diese werden aber erst nach dem Abschluss der Baumaßnahmen in einigen Jahren wirksam. 

Die ganze Stadt in einer App

Als am 14. März 2017 vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) der Innovationspreis verliehen wurde, ging der Preis in der Kategorie „Breitband/Telekommunikation“ an die Stadtwerke Schwedt für das Projekt „Digitalisierung des ländlichen Raumes“. In der Projektbeschreibung hieß es: „Bereits 1998 haben die Stadtwerke Schwedt das Thema Telekommunikation als Teil der Da­seins­vorsorge definiert. 13 Jahre später hat es als erstes Stadtwerk in Deutschland das eigene Breitbandnetz rückkanalfähig gemacht – zur Übertragung weiterer Dienste wie Tele­fonie und Internet.“

Gleichzeitig waren die Stadtwerke Mitini­tiatoren der Breit­band­initiative im Land Brandenburg. Ab 2009 folgte die Beseitigung „weißer Flecken“ im Umland mit DSL und Glasfaser. Die Stadtwerke Schwedt legten frühzeitig die Grundlagen für Demand-Side-Management und Smart-City-Anwendungen“. 

Der Telekommunikationsbereich bleibt auch künftig ein strategisches Geschäftsfeld der Stadtwerke. Trotz permanenten Wettbewerb und Preisdruck wurde ein Kundenzuwachs bei Telefonanschlüssen um 4,7 Prozent, bei Inter­netzugängen sogar um 7,3 Prozent erreicht. „Den größten Zuwachs von 20 Prozent konnten wir bei unseren Mobilfunkprodukten erreichen, unsere Community wächst stetig weiter“, freut sich Helmut Preuße. Die Zahl der Kunden, die Wert auf die Produkt­kombi­nation von Energie und Tele­kommu­nikation aus einer Hand legten, lag mit 62 Prozent auf einem hohen Niveau. 

Als richtig hat sich erwiesen, bereits 1997 eine eigene Gesellschaft „SDTELECOM“ zu gründen. Dies war der Grundstein für die Verle­gung eines Breitbandkabelnetzes in der Stadt Schwedt (es war bereits im Jahr 2001 rück­kanalfähig) und damit für die Erschlie­ßung des Umlandes mit DSL/Nutzung LWL- und Richt­funktechnik. 2013 schließlich wur­de Mo­bil­­funk zur Erschließung weiterer Ziel­gruppen eingeführt.

Inzwischen wurden auf 295 km Netze ausgebaut. Neben der Stadt können heute 6 Land­kreise mit 37 Gemeinden mit bis zu 50 Mbit/s telefonieren und surfen. Im eigenen Breit­bandkabelnetz werden bis Mitte 2017 sogar bis zu 500 Mbit/s angeboten.

Die neuen Angebote SDT SMART HOME als ganzheitliche Lösungsplattform für ein vernetztes und energieeffizientes Zuhause, der WLAN SDT HOTSPOT mit freiem WLAN für Kunden und Gäste der Stadt sprechen für sich. Mit dem aktuellen Angebot „Die ganze Stadt in einer APP“ bieten die Stadtwerke bereits heute die Plattform für den Einstieg in eine künftige digitale Kommune. 

Es ist nicht alles Sonnenschein

Helmut Preuße benennt aber auch Problem­felder, um deren Lösung er seit Jahren auch in seinem ehrenamtlichen Engagement als Vor­sitzender der VKU-Landesgruppe Berlin/Brandenburg ringt. So die „Glasfaserstrate­gie 2020“ des Landes Brandenburg, die eine Aus­grenzung des Mittelstandes erkennen lässt und durch schlechte Förder­mechanis­men auch Investitionen erschwert. Als problematisch sieht er auch den Vec­toringan­trag der Deutschen Telekom AG (DTAG) für die Nah­bereichserschließung ihrer Vermit­t­lungs­stellen. Hier können „Bandbrei­ten-In­seln“ durch Abgabe einer Investitions­zusage entstehen, der Weg zu einer klassischen Remonopolisierung. 

Wachstumskonzept 2.0

Das Angebot an Energiedienst­leistungen für eine Stadt, die 1945 völlig zerstört war, steht keineswegs hinter großen Stadtwerken zurück. Es reicht von Straßen­beleuchtung über Wärmecontracting und Wärmedirektservice sowie technischer Be­triebsführung für BHKW`s und PV-Anlagen für Dritte bis zur Gebäudethermografie, E-Ladesäulen und bürgernahen 24/7 Stör- und Havarie­dienst­leistungen.

Natürlich erfordern die Geschäftsmodelle von morgen entsprechende Rahmenbe­din­gungen und Prozesse. Mit einem „Wachs­tums­konzept 2.0“ hat Helmut Preuße für „seine“ Stadtwerke Weichen in die Zukunft gestellt. Mit dem Schwerpunkt der kontinuier­lichen Verbesserung der Management­systeme und der weiteren Anpassung interner Struk­tu­ren im Digitalisierungsprozess und auch digitaler, externer Prozesse, wie der Kunden­kontakt, die E-Rechnung oder die E-Vergabe.

Dies alles muss bei gleichzeitiger Sicherung der Querverbundfinanzierung erfolgen. Was wiederum unbedingt Verlässlich­keit in Bezug auf politische Rahmen­bedin­gungen und Investitionssicherheit verlangt.

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Autor: Hans Löwenherz