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23.11.2017 13:51 Alter: 267 days

MVV macht Fernwärme in Mannheim erneuerbarer

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV setzt seit langem konsequent auf Nachhaltigkeit als tragende Säule der Unternehmensstrategie. Jetzt investiert MVV rund 100 Millionen Euro in seinen Kraftwerksstandort Friesenheimer Insel im Norden der Stadt und bindet das Heizkraftwerk in sein Fernwärmenetz ein. Damit wird künftig Wärme aus der thermischen Abfallverwertung nicht nur für die Dampfversorgung der benachbarten Industrie genutzt, sondern auch für die Fernwärmeversorgung, die neben der Quadratestadt bis in die Nachbarstädte Heidelberg, Schwetzingen und Speyer reicht.


Über das innovative Projekt sprachen wir mit Dr. Joachim Manns, Geschäftsführer der MVV Umwelt.

Herr Dr. Manns, warum investiert MVV 100 Mio. Euro in die Energiezukunft?

Energieeffizienz ist ein zentraler Bestandteil der Energiewende. Genau dort setzen wir mit unseren Investitionen an. Die Verbindung von Energiegewinnung mit einer sicheren und umweltfreundlichen Verwertung von Abfallstoffen gehört schon seit 50 Jahren zu unserem Selbstverständnis. Mit der zusätzlichen Fernwärmeauskoppelung entwickeln wir unseren Standort im Mannheimer Norden weiter - zu einem Baustein der Energiewende und einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für die Stadt und die Metropolregion Rhein- Neckar. Und indem wir die hoch effiziente Erzeugung der Fernwärme in Kraft-Wärme- Kopplung mit Wärme aus Abfall ergänzen, wird unsere Fernwärme in Mannheim und der Region erneuerbarer.

Welche Vorteile bringt die Investion im Einzelnen?

Zum einen sinkt der sogenannte Primärenergiefaktor (PEF) der Fernwärme von heute 0,65 um rund ein Drittel auf dann nur noch 0,42. Die Eigentümer privater und öffentlicher Gebäude, die mit Fernwärme beheizt werden, können so gesetzliche Anforderungen des Klimaschutzes leichter erfüllen. Ohne teure Investitionen in zusätzliche Dämmmaßnahmen im Neubau oder der Sanierung erreicht die Fernwärme dann mit dem künftigen PEF die Vorgaben nach KfW 55, die spezifischen CO2- Emissionen verringern sich um knapp 20 Prozent. In einem durchschnittlichen Einfamilienhaus können so Kosten für Wärmerückgewinnung und die Dämmung in einer Größenordnung von bis zu 20.000 Euro eingespart werden. Damit machen wir die Fernwärme für die Metropolregion zukunftsfähig.

Zusätzlich steigern wir mit der Fernwärme- Anbindung die Energieeffizienz des Heizkraftwerks der MVV Umwelt weiter. Und durch die Einspeisung im Norden der Stadt entsteht zusätzliche Versorgungssicherheit für die umweltfreundliche Fernwärmeversorgung im gesamten Netzgebiet. Allein in Mannheim sind derzeit mehr als 60 Prozent aller Gebäude an die Fernwärme angeschlossen.

MVV setzt bei ihren Vorhaben auch auf Ressourceneffizienz?

Ja, wir investieren auch in ein innovatives Verfahren zur Phosphor-Rückgewinnung aus Klärschlamm. Dieses Endprodukt der Abwasserreinigung wird bisher überwiegend in Kraftwerken mitverbrannt oder in der Landwirtschaft auf Felder ausgebracht. Phosphor ist vor allem für die Herstellung von Dünger unverzichtbar. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor geht bisher verloren und muss durch Importe ersetzt werden.

Mit einer Behandlung des Klärschlamms in Drehrohröfen, die in unser Kraftwerk integriert werden, können wir künftig den darin enthaltenen Phosphor recyceln. Im Klärschlamm enthaltene Schadstoffe werden sicher und umweltfreundlich getrennt, entsorgt und dem Kreislauf entzogen. Das Phosphor-Recycling dient auch dem Schutz der wertvollen Ressource Grundwasser. Somit investieren wir in eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Umweltlösungen.

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