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11.09.2017 16:25 Alter: 74 days

Big Data-Plattform zur Erschließung neuer Geschäftsmodelle

Intelligent vernetzte Kommunikation und dezentrale Erzeuger- und Verbrauchsmodelle mit immer mehr Marktdaten und Playern werden den digitalen Energiemarkt von morgen prägen.


Nach der 3. Euroforum-Jahrestagung „Digitale Energiewirtschaft 2017“ sprachen wir mit Hartmut Entrup, Bereichsleiter Smart-X von Arvato Systems, warum ein kluges Energiedatenmanagement zum Schlüsselfaktor für den Markterfolg von Energieversorgungsunternehmen wird.

Foto: Ireen Lampe

Herr Entrup, wie würden Sie den Energiemarkt der Zukunft beschreiben?

Der künftige Energiemarkt wird kleinteiliger – bietet aber auch mehr Möglichkeiten. Das Energiesystem der Zukunft basiert auf einer vernetzten Kommunikation von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern. Gleichzeitig erleben wir eine starke Flexibilisierung von Angebot und Nachfrage. Damit wird das intelligente Management von Energie- und Umweltdaten zu einem Erfolgsfaktor.

Was bedeutet das für Energieversorger?

Für Energieversorger geht es nun darum, mit ihrem speziellen branchenspezifischen Know-how und mit Hilfe spezieller IT-Tools nun aus diesem neuen Rohstoff von Mess-, Prozess- und Kundendaten neue Werte zu erschaffen. Hier sind datengetriebene Geschäftsmodelle ein vielversprechender Ansatz. Zum Beispiel durch die Investition in digitale Kundenbindungslösungen und eben IoT-Big Data Plattformen.

Über welche konkreten Geschäftsmodelle sprechen wir hier?

Über datengetriebene Serviceangebote zum Beispiel im Bereich der Energieeffizienz, der Elektromobilität oder der autarken Energieerzeugung. Im letztgenannten Anwendungsfeld stehen neue Versorgungsmodelle wie das „Mieterstrommodell“ oder „Quartiersstrom“ sowie Contracting-Modelle gerade vor dem Durchbruch am Markt.

Wie kann die technologische Erschließung dieser Geschäftsmodelle aussehen?

Über einen Plattformansatz. Der Einsatz einer Internet-of-Things (IoT)- und Big Data-Plattform ist hier die effektivste Herangehensweise, denn einzelne Service-Produkte lassen sich problemlos auf der Plattform abbilden, ohne dafür mehrere individuelle Software- Systeme anschaffen zu müssen.

Welche Markterfahrungen gibt es damit?

Viele unserer Kunden nutzen beispielsweise die auf der Plattform verfügbaren Funktionen zum Energiemanagement und erbringen damit einen Service zur Optimierung der Energieeffizienz für ihre Endkunden. Das Energieeffizienz- Modul der Plattform kann Verbrauchsdaten langfristig erfassen, vollständig abbilden und gezielt steuern und steigert die Energieeffizienz in Gewerbebetrieben, Verkaufsfilialen und Gebäuden erheblich. Der Energiedienstleister kann wiederum gleichzeitig sein Produkt „Energieeffizienz- Services“ flächendeckend und gewinnbringend am Markt anbieten.

Welche neuen Entwicklungen sehen Sie am Energiemarkt?

In der elektrischen Energieversorgung wird beispielsweise das flexible Managen von dezentralen Erzeugungsanlagen, Speichersystemen und Verbrauchern zu einer Schlüsselfunktion. Auf der Erzeugerseite ermöglicht die aktive Steuerung von Wind-, Photovoltaik- und Speichereinrichtungen eine schnelle Reaktion auf Veränderungen im Stromnetz und auf der Verbraucherseite führt eine Flexibilisierung der Nachfrage zu einer Effizienzsteigerung des Gesamtsystems und unterstützt die Netzstabilität.

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