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15.02.2016 11:50 Alter: 2 yrs
Kategorie: Energiewende

Politik bleibt weiter gefordert

„Mit den politischen Weichenstellungen schaffen wir heute die Voraussetzungen dafür, dass die Energiewende auch in Zukunft ein ökologischer und ökonomischer Erfolg bleibt und die großen Chancen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung genutzt werden können“, so Bundeswirtschaftsminister Gabriel kürzlich auf der Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft 2016 in Berlin, der Flaggschiffveranstaltung der deutschen Energiewirtschaft.


Foto: Gerhard Kassner

Nach der Tagung sprachen wir mit Johannes Kempmann, Präsident des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.

Herr Kempmann, welche Eindrücke nehmen Sie von der HandelsblattJahrestagung mit?

Nach wie vor stellt uns die Energiewende vor große Herausforderungen. Es ist spannend, zu beobachten, wie sich die Branche auf die neuen Bedingungen einstellt. Bei der Tagung ging es insbesondere um die Themen digitale Transformation, neue Geschäfts mo delle für Energieunternehmen und smarte Lösungen für die Energiewende. Neben energiepolitischen Entwicklungen in Deutsch land waren auch die europäischen Zusammenhänge und Herausforderungen durchgängig ein Thema.

Und es wurde ein Ausblick auf die Energiewelt 2030 gewagt. Das finde ich wichtig, denn in vielerlei Hinsicht müssen wir schon heute Entwicklungen antizipieren, um die Energiewende erfolgreich zu meisten. All diese Themen werden wir Anfang Juni beim BDEW Kongress in Berlin weiterentwickeln. Energiewirtschaft und Politik müssen im Gespräch miteinander bleiben. Im Rahmen unserer Veranstaltung werden wir uns unter anderem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesminister Sigmar Gabriel und EU-Kommissar Günther Oettinger austauschen. Das Thema Digitalisierung wird dabei sicherlich viel Raum einnehmen.

 

Reicht die EnergieAgenda der Politik, um notwendige Planungssicherheit zur weiteren Gestaltung des Energiesystems zu geben?

So ein allgemeiner Plan kann sicher nicht ausreichen. Aktuell zeigt sich: Bei der Konkretisierung gibt es viele Baustellen. Etwa die anstehende EEG-Novelle, die Anreizregulierungsverordnung oder das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende.

Auch beim schleppenden Netzausbau fehlen wicht ige Entscheidungen. Ebenso muss das künftige Strommarktdesign klug ausgestaltet werden. Und wir müssen uns intensiver mit der Frage beschäftigen, wie kleinere und mittlere Unternehmen in die Energiewende stärker eingebunden werden können. Hier muss die Politik schnell für mehr Planungssicherheit sorgen, auch im Sinne einer sicheren Versorgung unseres Landes mit Energie.

Welche Erwartungen hat der BDEW an die weitere Gestaltung der Energiewende?

Mit deren Fortschreiten muss sich auch die Regulierung weiter wandeln. Deutschland braucht beispielsweise eine kosteneffiziente und marktorientierte Förderung der Erneuerbaren Energien. Zudem brauchen diese einen starken Partner in der Stromerzeugung, der einspringt, wenn weder Wind weht noch die Sonne scheint. In erster Linie muss also die Marktintegration der Erneuerbaren weiter vorangetrieben werden.

Anders lässt sich der geplante Rollentausch nicht vollziehen. Hierzu können Ausschreibungen einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem müssen wir unseren dezentralen Energiemarkt nicht nur ökologisch sinnvoll weiterentwickeln, sondern auch ökonomisch profitabel halten. Ich bin davon überzeugt, der Markt und seine sinnvoll genutzten Kräfte können den Transformationsprozess am besten ermöglichen.

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