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14.03.2018 13:59 Alter: 156 days

Flexible IT-Plattformen für die Digitalisierung

Die Digitalisierung bringt die nächste Zeitenwende für die Energiebranche, in der intelligent vernetzte Marktteilnehmer in immer dezentraleren Strukturen in Echtzeit miteinander agieren werden. Für die Erschließung neuer Geschäftsmodelle müssen sie eine nie dagewesene Zunahme des Datenvolumens beherrschen. Energieversorger müssen deshalb eine Balance aus Agilität und Stabilität meistern, um im schnelllebigen digitalen Energiesystem der Zukunft bestehen können.


Bernd Loseke, Director bei Arvato Systems, umreißt in seinem Beitrag, welche Anforderungen eine moderne IT-Architektur für den digitalen Energiemarkt erfüllen muss.

Foto: Arvato Systems, Britta Schröder

Energieversorger sind heute mehr denn je auf der Suche nach leistungsfähigen Strategien und IT-Architekturen, die zukunftsfähig für kommende, gänzlich neue Marktdesigns und damit Geschäftsmöglichkeiten sind. Wettbewerbsdruck und neue Player auf dem Markt sind hierbei wesentliche Einflussgrößen. Diese Entwicklungen zwingen Unternehmen der Energiebranche, traditionelle Geschäftsmodelle zu hinterfragen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln sowie die ökologischen und ökonomischen Ziele aufeinander abzustimmen und gleichzeitig neue regulatorische Maßgaben umzusetzen.

Gelingen können diese Aufgaben nur, wenn sich Energieversorgungsunternehmen in den Bereichen Organisation, Personal und (IT-) Systeme in Standardprozessen weiter optimieren und fokussieren sowie ihre IT für die Zukunft aufstellen. Die Anforderungen an Standardisierung und Flexibilität können dabei in den einzelnen Marktrollen unterschiedlich sein.

Modernisierung der IT-Anwendungen

Zur Standardisierung und gleichzeitigen Flexibilisierung in der IT gibt es viele Lösungsmöglichkeiten. Lediglich Start-Up-Unternehmen können ihre Geschäftsmodelle (und somit ihre IT) direkt und vollständig in der Cloud aufbauen bzw. aus der Cloud beziehen (auch „cloud-native“ genannt). „Pay per Use“, also die Abrechnung nach tatsächlich verbrauchten Einheiten, ist damit für diese Start-Ups gesetzt.

Etablierte Energieversorger dagegen sind häufig noch mit fixen Lizenz- und Wartungskosten konfrontiert. Und für sie sind die modernsten Cloud-Lösungsarchitekturen auf Grund der bestehenden Infrastruktur erst längerfristig erreichbar und vollständig nutzbar. Die Transformation für Energieversorgungsunternehmen erfolgt daher schrittweise über die Nutzung von Plattformarchitekturen, welche sowohl die bisherige IT-Landschaft in der Transformation unterstützen bzw. integrieren als auch gleichzeitig neue Cloud Services bereitstellen.

Dabei wird die Modernisierung der IT-Anwendungen Energieversorgungsunternehmen neue Möglichkeiten bieten, ihre Mitarbeiter zu motivieren, Kunden enger an ihr Unternehmen zu binden, die Wertschöpfung weiter zu optimieren und bestehende Produkte durch das Einbeziehen von innovativen Services der Plattform zu transformieren.

Plattformarchitekturen – ein Weg für EVU

Zukunftsfähige Plattformarchitekturen, die die digitale Transformation unterstützen, müssen sowohl Public- und Private-Cloud- Technologien als auch die Integration in bestehende IT-Systeme ermöglichen („Multi- Cloud-Service-Integration“). Somit ist auch die Integration von bestehenden Fachapplikationen unter den Aspekten Sicherheit und Skalierbarkeit gewährleistet. Ziel ist es dann, diese innerhalb der Plattform auf die zukünftigen Geschäftsanforderungen auszurichten.

Dazu werden Methoden angewendet, die von der Ergänzung der Softwarelösungen über die Änderungen und Erweiterungen von Programmcode bis zum Neuaufbau oder Austausch der Softwarelösung gehen. So können bestehende Fachapplikationen, welche häufig individuell entwickelt wurden, in einzelne Services zerlegt und auf der Plattform betrieben werden. Diese einzelnen Microservices können schrittweise mit den genannten Methoden modernisiert und mit Cloud-Services ergänzt werden. Neue Fachapplikationen werden ebenfalls nicht mehr als Monolith entwickelt, sondern sofort in kleinere, dezentralisierte Services, einzelnen und wiederverwendbaren Geschäftsfunktionen, zerlegt und so betrieben.

IT-Anwendungen für den laufenden Betrieb

Mit der zukünftigen IT-Plattform für Energieversorger kann eine signifikant schnellere Verfügbarkeit von neuen Cloud-Services in bestehenden Applikationen gesichert werden. Grund hierfür ist, dass Updates einzelner Micro-Services unabhängig voneinander und ohne großen Koordinationsaufwand bereitgestellt werden können. IT-Anwendungen werden sozusagen parallel im laufenden Betrieb geordnet erweitert und aktualisiert (auch „DevOps-Methodik“ genannt).

Moderne IT-Plattformen integrieren IoT- und Big Data-Konzepte zur großflächigen Mess-, Umwelt- und Anlagendatenerfassung und für Schalt- bzw. Steuerungsmaßnahmen, für eine gebündelte Steuerung an viele dezentrale Anlagen (Energieerzeuger, Speicher und Verbraucher). Dabei können die angefallenen Daten in bisherigen Fachapplikationen durch die Integration in die IT-Plattform genutzt werden oder auch durch Analytik-Tools neue Geschäftsmöglichkeiten sichern.

Die hierfür notwendigen neuen IT-Anwendungen werden dann nicht mehr über die längerfristige Ausschreibung von Softwarelösungen gekauft, sondern aus den bestehenden Microservices und den in der Cloud verfügbaren Services neu zusammengesetzt bzw. konstruiert. Schritt für Schritt kann so jeder Energieversorger die digitale Transformation durchführen und von den neuen Möglichkeiten profitieren.

Das modulare Design und dezentrale Cloud- Architekturen versetzen Unternehmen der Energiewirtschaft also in die Lage, schnell und flexibel auf die jeweiligen Markt- und Kundenanforderungen zur reagieren. Energieversorger, denen diese Balance aus Agilität und Stabilität gelingt, werden auch im schnelllebigen digitalen Energiesystem der Zukunft bestehen können. Eine flexible Architektur auf Basis von modularen ITPlattformen, die bei Arvato Systems bereits zur Verfügung steht, öffnet dafür alle Möglichkeiten.

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