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< Smart Energy — der Weg in die Energiewelt von morgen
15.02.2016 11:40 Alter: 2 yrs
Kategorie: Energiewende

Digitalisierung als Innovationstreiber von Prozessen und Produkten

Für die Energiewirtschaft stehen nach einem von der Liberalisierung geprägten Jahrzehnt nun im Zuge der Digitalisierung und der gleichzeitigen Umstellung auf erneuerbare Energien neue Herausforderungen an. Die technologische Infrastruktur und das Management von technologischen Innovationen wird dabei Grundvoraussetzung für einen zukünftigen Markterfolg sein. Digitalisierung verlangt nach einer nachhaltigen Transformation des Energiesystems, denn sie ist zugleich Innovationstreiber von Prozessen und Produkten.


Foto: Dietmar Gust / EUROFORUM

Zur „Digitalisierung als Innovationstreiber“ sprachen wir mit Matthias Moeller, Geschäftsführer (Vorsitzender) arvato Systems perdata GmbH im Rahmen der 23.Handelsblatt Jahreskonferenz Energiewirtschaft 2016 in Berlin.

Herr Moeller, ist Digitalisierung in der Energiewirtschaft angekommen?

Große und international agierende Energieversorger sind auf dem Weg der digitalen Transformation bereits ein gutes Stück vorangekommen. Das Spektrum reicht dabei von neuen Produkten und Dienstleistungen über die Auswertung von Daten bis zu verbesserten Prozessen und neuen Geschäftsmodellen. Doch gerade mittlere und kleinere Versorger, wie Stadtwerke, haben hier noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Vor allem der Eintritt branchenfremder Unternehmen sollte in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden, denn sie bringen neue Kompetenzen und neue Geschäftsmodelle in die etablierten Strukturen. Unternehmen der Energie wirtschaft sind deshalb gut beraten, zügig eine Digitalisierungsstrategie zu entwickeln. Nur mit klarer Zielsetzung kann eine Transformation erfolgreich sein.

Sollen wir an die digitale Welt glauben?

Wir können und sollten uns der digitalen und vernetzten Welt nicht verschließen, sondern sie aktiv gestalten – sie ist schließlich schon Realität. Man rechnet damit, dass im Jahr 2020 rund 50 Milliarden Geräte durch das Internet verbunden sein werden. Bis 2025 wird weltweit ein Viertel der jeweiligen BIP auf digitalisierten Produkten und Dienstleistungen basieren.

Das Datenvolumen wird sich alle zwei Jahre verdoppeln. Experten prognostizieren, dass in 2020 mehr als 37 Prozent der dann 40 Zetabyte in der Cloud gemanaged werden. Der smart Energy Markt weist ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent auf. Bis 2019 rechnet man mit einem Umsatzvolumen von 2,5 Mrd. EUR für Soft ware und Services.

Wir erleben bereits heute, wie sich Wertschöpfungsketten zu Wertschöpfungsnetzwerken umwandeln, mit innovativen Geschäfts modellen und neuen Marktteilnehmern. Bei Betrachtung der gegenwärtigen Geschäftsfelder der Branche, wie Erzeugung, Transport, Messung, Speicher, Handel, Verteilung und Vertrieb, ist erkennbar: Mehr Teilnehmer, mehr Kommunikation und mehr Daten bedingen intelligente, flexible und skalierbare Services mit hohem Automatisierungsgrad.

Kann Digitalisierung ein Hoffnungsträger der Energiebranche sein?

Ein klares Ja. Betrachten wir allein die plattformbasierten Dienste, deren Bedeutung rasant zunimmt. Sie fungieren als Treiber und sie sind eine Notwendigkeit im sich disruptiv wandelnden Markt. Sie managen Daten und steuern Komponenten, sie steigern die Flexibilität in Geschäftsprozessen und Märkten.

Der Weg kann nur sein, das Beste aus zwei Stoßrichtungen zu vereinen: Kostenoptimierung durch flexibel und effizient abgebildete Commodity Prozesse und agiler Aufbau neuer innovativer Geschäftsmodelle. Die Digitalisierung wird genau dann zum Innovationstreiber von Prozessen und Produkten, wenn wir die Herausforderungen nun als Chancen nutzen!

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