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28.04.2016 11:12 Alter: 1 year
Kategorie: Fokus Energiemarkt 2.0

Das Stadtwerk 2.0 – innovativ und optimiert

Digitalisierte Prozesse und datenbasierte Geschäftsmodelle sowie plattformbasierte Services zu gestalten, dies werden die künftigen Aufgaben der Stadtwerke sein.


Foto: Dietmar Gust / EUROFORUM

Auf der Euroforum-Jahrestagung „Stadtwerke 2016“ sprachen wir mit Matthias Moeller, CEO arvato Systems Group, warum Digitalisierung für Stadtwerke zum Innovationstreiber von Prozessen und Geschäftsmodellen werden muss.

Herr Moeller, Ihr Diskussionsbeitrag auf der EUROFORUM- Stadtwerke-Tagung zeichnet das Stadtwerk 2.0 als innovativ und optimiert. Welche Herausforderungen sehen Sie?

Die Digitalisierung hat die Stadtwerke erreicht und sie müssen diese Herausforderungen als Chancen nutzen. Ich will hier nur die Potenziale und den Nutzen plattformbasierter Dienste nennen. Solche Dienste sind eine Notwendigkeit im sich disruptiv wandelnden Markt. Mit ihnen erschließen sich neue digitale Geschäftsmodelle. Sie managen nicht nur Daten und steuern Komponenten, sie steigern auch die Flexibilität in Geschäftsprozessen und Märkten.

Denn mehr Teilnehmer, mehr Kommunikation und mehr Daten bedingen intelligente, flexible und skalierbare Services mit hohem Automatisierungsgrad. Weil sie innovativ, integriert und skalierbar sind, sind sie zugleich für Stadtwerke eine ideale Basis für ein partnerschaftliches Vorgehen zur Bewältigung der digitalen Transformation.

Empfehlen Sie Stadtwerken eine Digitalisierungsstrategie?

Weder interne noch externe Prozesse eines Unternehmens können isoliert voneinander betrachtet werden. Will ein Stadtwerk innovativ sein, ist eine Digitalisierungsstrategie zu installieren und deren Synergien zu heben. Innovative Geschäftsmodelle bedingen Agilität und Flexibilität in der Leistungserbringung, deshalb sollte auch ein bimodales Businessmodell Bestandteil der Überlegungen zur Unternehmensentwicklung sein.
Und wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen. Wir sollten den Wissens- und Facharbeitern Produktivitätshürden nehmen, indem wir kontextsensitive und mobile Arbeitsumgebungen schaffen. Und, mit unseren Kunden müssen wir so interagieren, wie sie es von uns erwarten – schnell, einheitlich und auf allen präferierten Kanälen. Die Bildung von Kooperationsnetzwerken mit IT –Dienstleistern kann nur empfohlen werden. Letztlich ist die Digitalisierungsstrategie ganzheitlich zu betrachten, um die Potenziale innovativer Geschäftsmodelle voll ausschöpfen zu können.

 

Kommen wir noch einmal zu den plattformbasierten Services. Wo sehen Sie deren Werthaltigkeit?

Hier würde ich als erstes die Energieeffizienz mit der Visualisierung und Optimierung der Verbrauche für Strom, Gas und Wasser, aber auch Wärme und den CO2-Ausstoss nennen. Diese Kriterien gehören unbedingt zur Erfüllung von Vorgaben der ISO 50001. Weiter wären die Optimierung der Energiebeschaffung und der Eigenerzeugung (BHKW) aber auch die Einspeiseoptimierung zu sehen. Hier können Analysen und Prognosen von Energieeinspeisedaten sowie deren Visualisierung Wesentliches leisten. Nehmen wir nur die Wertung von Einspeisemengen auf Basis von Mess- und Wetterdaten, Zustände von Anlagen, regionalen Wetterprognosen oder Historiendaten. Nicht ausklammern sollten wir das Energieanlagen Contacting, das Monitoring von EEG-, KWK- und Ladeinfrastruktur- Anlagen oder das Schalten von EEG-, KWKund Ladeinfrastruktur-Anlagen zur Steuerung der Erzeugungsprozesse.

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